in den Nachrichten, ja und.
(1) Folgen wir doch einer Argumentation des werten Cosmo Connor, eines beherzten Exponenten des gesunden Menschenverstands: Das ist ein kleines Land, weit weg, was geht's eigentlich mich an. Ist denn die Aufmerksamkeit, die die Medien den Ereignissen dort schenken, nicht nur so etwas wie die Fnords aus der Illuminatus-Trilogie?
(2) Wenn man denn schon Stellung nehmen muss (und verlass dich, sie kriegen einen ran ...), kann man ja auch immer erklären, es sei bedauerlich und besorgniserregend, was dort geschehe. Die Antwort passt immer, jetzt und in 20 Jahren, man braucht gar nicht zu wissen, was nun eben wieder passiert ist. Und dann gleich zum Wetter übergehen. Ich meine, was soll man da sonst schon als Deutscher tun? Man bekommt doch anders nur völlig nutzlosen Streit: Das Leben ist kurz, und man hat viel zu tun. Schlimmstenfalls kriegt man auch noch mehr Ärger, denn es ist ja in der Tat sehr bedauerlich und besorgniserregend, was man von dort erfährt.
Beachte: Deutsche müssen mitnichten besonders engagiert sein und auch nicht universell besonders moralisch. In der Tat gibt es ja auch gute Gründe, Politik und Moral so getrennt sein so lassen, wie sie es nun einmal sind; mit einem politischen Gegner kann man Frieden schließen, einen moralischen Gegner muss man vom Erdboden vertilgen. Das machen aber die Amerikaner schon, und wir helfen ihnen ja dabei. Insgesamt gibt es viele Menschen auf der Welt, die sich unbefangener und interessierter als die Deutschen über die Ereignisse im Nahen Osten aufregen und entrüsten können (und dies auch tun, ohne ersichtliche Wirkung).
(3) In geeigneten Ausnahmefällen könnte man ja auch sagen, die Israelis seien eben das Volk Gottes, was sie auch tun, Gott hat es ihnen erlaubt. Und dann mal sehen, ob jemand schreit. (In der Tat ist es genau das, was ich seit Jahrzehnten von Vertretern der evangelischen Kirche gehört habe - im Religionsunterricht, von der Kanzel, im Druck ... wem das nicht gefällt oder wem das ein schlechtes Licht auf seine Religion und seine Kirche zu werfen scheint, der soll doch protestieren.)
Ansonsten gibt es interessantere und sicherere Urlaubsziele und relativ wenige Waren von dort, die man nicht anderswoher auch, und häufig billiger bekäme. Als Christen haben wir ja auch keine Wallfahrtsverpflichtung - das Grab ist ja bekanntlich leer. Und das Leben ist kurz: Es muss nicht auch noch schlecht sein.
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