Irgendwie ist alles gar nicht wahr.
Deutschland träumt: noch kein richtiger Albtraum, aber verwirrend genug, um den Schlaf unruhig zu machen. Man kennt ja diese Morgen, an denen man sich müder fühlt als beim Zubettgehen...
Das hat seine diversen Ebenen - ganz oben, ganz flach, ganz leicht bewusst zu machen und als Traum zu erkennen die Bilderwelt der Werbung und der Produktstilisierung. Tiefer schon die Träume darüber, wie man mit anderen Menschen umgeht und zusammenlebt.
Irgendwo unten, sehr selten in Worte gefasst, die identitätsstiftenden Träume - wer bin ich, wo gehöre ich hin, worauf läuft mein Leben hinaus, was wünsche ich mir ...
Aber sind nicht viele dieser Träume auch ein mühsam aufgebauter Schutzschild gegen das, was wir eigentlich besser wissen?
Denn eigentlich, eigentlich ... haben wir Ahnungen ganz anderer Art. Eigentlich ist alles ganz schön schlimm, und wir wissen es auch. Oder noch ganz schön und später schlimm. Vielleicht auch nicht, vielleicht ist auch irgendetwas anderes.
Woher nehmen wir die Energie, es zu verleugnen? Wo fehlt sie? Und wo geht sie hin? Wozu bekennen wir uns so unaufgefordert und energisch?
An imaginären Objekten haben wir jedenfalls keinen Mangel. Bei Deutschland angefangen, und dann hört es gar nicht mehr auf. In Ehren den Wunsch es solle - kontrafaktisch - doch endlich etwas Wirklichkeit werden, fast beinahe egal was.
Machen wir die Gegenprobe: Wieviel von dem, womit wir täglich umgehen, ist noch real? Was sagen wir, was uns noch nicht jemand zuvor gesagt hat? Hinz und Kunz bemühen sich um Aktualität, sozusagen um einen möglichst hohen Platz in der Nahrungskette der Information, aber gibt es denn irgendetwas dabei, was nicht nur recycelt wäre? Wer weiß.
... und wen oder was channele ich gerade? Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar.
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