Literatur: K. Haberland Der Sp. im Glauben und Brauch der Völker. ZfVölkerpsychologie 13 (1882), 324-347 Haberland; J. v. Negelein Bild, Sp. und Schatten im Volksglauben. AfRw. 5 (1912), 1-37 = v. Negelein; R. Meringer Der Sp. im Aberglauben. WS. 8 (1923), 17-32 Meringer; G. Röheim Spiegelzauber. Intern, psychoanalyt. Bibl. 6. Leipzig u. Wien 1919. 263 S. 8°.
Übersicht. Einleitung.
I. Der wissende Sp.
A. Allgemeines: 1. Name. 2. Weihe. 3. Gestalt. Befragung. 4. Wertschätzung. Geschichtliche Zeugnisse.
B. Besondere Arten der Verwendung des Zaubersp.s: 1. Welt- (Sicht-)sp. 2. Erd- (Berg-, Grund-)sp. 3. Sp. als Zukunftskünder. Liebes-Todesbote. 5. Sp. zeigt [547] Verborgenes, Dieb, Hexe. 6. Der weise Sp. im Märchen.
II. Der wirkende Sp.
A. Böse Wirkung des Sp.s: 1. Gefahr der Selbstbezauberung. 2. Sp.-schauverbote. 3. Sp.verhängen.
B. Apotropäische Wirkung des Sp.s: 1. Sp. glückbringend. 2. Sp. wehrt den bösen Blick ab. 3. Sp. vertreibt oder vernichtet dämonische Wesen. 4. Sp. heilkräftig. 5. Sp. zerbrechen bringt Unglück.
C. Sp.bild Seele Doppelgänger: 1. Aggregationsriten. 2. Analogiezauber.
Einleitung.
Lehnwort aus lat. speculum. Das ahd. scucor bedeutet »Schattenbehälter«, aisl. skuggja »Schattensehen«: Schatten und Sp.bild wurden mit demselben Worte bezeichnet, weil man beide identifizierte, wie noch im Mhd. »Schatten« gelegentlich für das Sp.bild, besonders das im Wasser, steht (Belege bei Meringer, Wörter u. Sachen 8, 28); die Gleichsetzung an sich ist weit verbreitet, Nansen 1) belegt sie für Grönland, Haberland 2) für die Fidschi-Inseln. Auch ai. atmadarsas will Meringer als »Selbstseher«, »Seher des Doppelgängers, der Seele« deuten 3), und die griech. Benennungen di-, eis-, katoptron, die den Sp. als ein Instrument zum Sehen bezeichnen, geben, da das natürliche Instrument des Sehens das Auge ist, zu verstehen, daß es sich dabei um ein besonderes, magisches Sehen handelt 4).
Geschichte.
Das Lehnwort Sp. ist mit der Sache zu den Nordvölkern gekommen. Die antike Mittelmeerkultur kannte zunächst nur den Metallsp., die mykenische und die etruskische so gut wie die griechisch-römische 5); auffallend häufig ist der Gebrauch des Konvexsp.s 6); der Glassp. ist nach Plin. NH. 36, 193 eine Erfindung der Sidonier; nach dem Norden kam er im Hochmittelalter: aus dem 12.Jh. gibt es Zeugnisse, im 13. Jh. war er ganz gebräuchlich; im 16. Jh. war Venedig die Hauptstätte der Sp.erzeugung 7) (die Sage, die gerade den Venediger mit dem Bergsp. ausstattet, bewahrt geschichtliche Erinnerung). Kelten und Germanen waren beim Sp.zauber auf den naturgegebenen Wassersp. angewiesen 8), der auch für Griechen und Römer als der ursprüngliche bezeugt ist 9) (Varro hat diese Praxis ohne Not aus Persien hergeleitet); das [549] deutsche Rätsel (Wasser ohne Glas = Sp.) 10) und die Nachricht, die Bakari (Zentral-Brasilien) hätten den ihnen unbekannten Sp. Wasser genannt 11), stimmen darin überein, Wasser und Sp. in der Vorstellung einander gleichzusetzen; Weissagung aus dem Wassersp. gab es auch im alten Mexiko 12). Noch im 19. Jh. war der Glassp. auf dem Lande, wo nicht städtischer Einfluß wirkte, selten 13).
Auch später stehen die verschiedensten Arten von »Sp.« im weitesten Sinne für den Zauber auf einer Stufe 14, 15), d. h. alle spiegelnden Flächen werden in gleicher Weise benützt: Wasser (Hydro-, Gastromantie), Kristall (Kristallomantie), Metall aller Art (im Mittelalter häufig eine blanke Schwertklinge oder die Patene 16)), der glänzende Fingernagel (Onychomantie), die geölte Handfläche, das Auge: Verwendung und Ritual ist in der Hauptsache gleich, und geistliche wie weltliche Verbote haben den ganzen Unfug als eine Einheit genommen. Die Erinnerung einer zeitlichen Abfolge scheint der aargauische Glaube festzuhalten, ein Kind könne sich im linken Händchen sehen, solange es in keinen Sp. geschaut habe 17).
Ursprung des Sp.zaubers.
Daß dem Sp. auf der ganzen Welt zu allen Zeiten besondere Kräfte zugeschrieben wurden, läßt sich auf wenige einfache Erlebnistatsachen zurückführen. Der Sp. zeigt alles seitenverkehrt, das legt dem naiven Betrachter die Vermutung nahe, hier könne es nicht mit rechten Dingen zugehen, und schafft bereits die für alles andere grundlegende »numinose« Situation; der ungedeckte Rücken verstärkt oft das Angstgefühl (»Wer nachts in den Sp. sieht, hinter dem wird der Teufel sichtbar«: diese weit verbreitete Meinung s. II A 2 gibt jenem Angstgefühl durch das Bild des hinterlistigen Auflauerns des Bösen plastischen Ausdruck). Der Beschauer sieht im Sp., was hinter ihm ist, der Sp. scheint also mehr zu sehen als er selbst sehen kann 18), ein Gedanke, der zu den mannigfachen Formen des Fernsehens und der Prophezeiung mit Hilfe des Sp.s fortgesponnen wurde. Der Sp. zeigt vor allem dem Be- [550] schauer sein eigenes Bild; anfänglich unerkannt, führt diese Entdeckung, sobald die Identität bewußt wird (vgl. die psychologisch feine Erzählung von Narcissus in Ovids Metamorphosen), ebenso zu spielerischer Eitelkeit wie ob der vermeintlichen Realität des Gegenbildes zur Furcht vor Selbstbezauberung; das Sp.bild ist nämlich gleich dem Bilde und dem Schatten ein Stück erweitertes Selbst, animistisch als Seele gedeutet, wenn auch von minderer Realität als das Urbild: so gilt von dem Sp.bilde, was vom Schatten (s. dort) als Seele und Doppelgänger gesagt wurde. Endlich wird ein Gegenstand durch den Sp., der ihn abbildet, gleichsam verdoppelt, somit kann der Sp. Vermehrung wirken, für die Ernte, die Nachkommenschaft usw. Zu jenem dem primitiven Denken eigenen unzulässigen Verallgemeinern und voreiligen Schließen auf kausale Zusammenhänge kommt vor allem bei der Weissagung aus dem Sp. noch die Konzentration (die Aufmerksamkeit wird durch einen glänzenden Gegenstand »eingefangen«) und die Aktualisierung des Unterbewußten in der Autosuggestion. Erst eine spätere Entwicklungsstufe umgibt Befragung und Handhabung des Sp.s mit dem reichen Ritual einer entwickelten Zaubertechnik, macht übereinstimmend mit verbreitetem Zauberglauben Vorschriften über Ort, Zeit, Personen (Medien) u. a. m.
1) Eskimoleben (Leipzig-Berlin) 1903, 201.215. 2) ZfVölkerpsych. 13, 346. 3) WS. 8, 26. 4) Ebd. 5) Schrader Reallex. 2, 422. 6) Pauly-Wissowa ii, 34. 7) Wackernagel Kl. Schriften I, 131; Crawley ERE. 8, 696a. 8) Haberland ZfVölkerpsych. 332. 9) Paus. 7, 21, 12 (Krankenorakel der Demeter in Patrai); Serv. Aen. 7, 515 (der See bei Aricia hieß speculum Dianae). 10) bei Aug. Civ. Dei 7, 35. 11) ZfdMyth. I, 164. 12) K. v. d. Steinen Unter d. Naturvölkern Zentral-Brasiliens (1894) 75. 13) Haberland a. O. 332. 14) Schramek Böhmerwaldbauer 89; Schrader Reallex. 2, 422. 15) So in Luthers Tischreden, vgl. Klingner Luther 69. 16) Grimm Myth. 3, 341 f. 17) Rochholz Kinderlied 318 Nr. 776. 18) Vgl. Wünsch, der HessBlfVk. 3, 156 f. eine ähnliche Folgerung aus der dem Menschen sonst fehlenden Möglichkeit zieht, sich selbst zu sehen.
System und Deutung des Sp.aberglaubens. Ein System des Sp.zaubers und des [551] Sp.aberglaubens überhaupt aufzustellen, kann nur als praktische Übersicht gemeint sein, da seinen mannigfachen Äußerungen selbstverständlich keines zugrundeliegt, gar nicht davon zu reden, daß ein solches den Ausübenden bewußt wäre. Der einzige Versuch eines derartigen Systems (Géza Róheim, Sp.zauber, 1919) scheitert daran, daß Róheim seiner Theorie zuliebe augenscheinlich Zusammengehöriges weit auseinanderreißt. Es dürfte am besten sein, von den soeben entwickelten Ursprüngen des Sp.aberglaubens auszugehen, die den Sp. als einen »numinosen« Gegenstand erscheinen lassen, der teils ein dem Menschen verborgenes Wissen vermitteln kann (»wissender Sp.«), teils durch das Sp.bild als Doppelgänger oder in verschiedenen Formen des Analogiezaubers zu wirken vermag (»wirkender Sp.«). Die psychoanalytische Erklärung Róheims, die auf Freuds Theorie von den drei Stufen der Libido fußt, ist auch abgesehen von zahlreichen Mißverständnissen im einzelnen schon deshalb unhaltbar, weil sie willkürlich und unbegründet den Narzismus zum ontogenetischen Äquivalent des Animismus macht, aus dem früher die Ethnologie (Haberland, v. Negelein) jene Vorstellungen zu erklären suchte, womit freilich, wie wir heute wissen, als Ursprung angenommen war, was selbst schon eine Deutung der Tatbestände ist. Hier wie in vielen ähnlichen Fällen wird am ehesten die Erforschung des »primitiven« oder »mythischen« Denkens Aufschluß geben.
I. Der wissende Sp. A. Allgemeines.
1. Name. Der besondere Name des Zaubersp.s richtet sich ursprünglich meist 19) nach dem Gegenstand, den er zeigt: ein »Welt«- oder »Sichtsp.« läßt den Beschauer sehen, was fern von ihm in aller Welt vorgeht (daß bei der klugen Frau in Guben, Lausitz, ein Buch so heißt, indem sie alles sieht 20), ist eine Übertragung wie die Bezeichnungen Sachsen-, Schwaben-, Fürstensp. u.a., wo die Metapher freilich stärker dem Inhalt als dem Gegenstand gilt), der »Erdsp.«(auch »Grundsp.«21)) zeigt alles, was in der Erde versteckt ist 22), vor allem Schätze 23), als »Bergsp.« oder [552] »Venedigersp.« im besonderen das in Bergen verborgene edle Metall, das zu finden man ihn wohl ursprünglich auf den Boden legte; vielleicht ist die Anweisung, den Erdsp. bei seiner »Weihe« (s. I A 2) auf den Boden zu legen, eine unverstandene Erinnerung daran, wenngleich sie auch aus der Zauberkraft der Erde leicht zu erklären ist. Das Verständnis des Ursprünglichen konnte verloren gehen, als sich Grenzen der Wirksamkeit verschiedener Arten des Zaubersp.s nicht mehr deutlich ziehen ließen; die Namen »Erdsp.« (z. B. Thüringen 24)) und »Berg-sp.« (z. B. Kärnten 25)) scheinen die erfolgreichsten gewesen zu sein, den Zaubersp. schlechthin zu bezeichnen. Er erweitert mehr und mehr seinen Bereich: man sieht darin nicht nur verborgene Schätze, nicht nur was in der Ferne geschieht, er läßt auch die Zukunft 26), den Haupttreffer in der Lotterie 27), einen Dieb 28), ja selbst unerklärbare Krankheiten und ihre Heilung 29) erkennen; auch geht seinem Besitzer das Geld nie aus 30). Diese Kräfte werden oft ausdrücklich dem Bösen zugeschrieben 31); auch stellt der vereinzelt belegte Name Walpurgissp. 32) für einen Sp., der die Zukunft zeigt, eine Verbindung zur Walpurgisnacht her, in der, gleichfalls nach einer vereinzelten Notiz 33), ein gewöhnlicher Sp. zu einem Zaubersp. werden kann. Noch deutlicher zeigt sich das an einem Teil der Zeremonien, durch die ein gewöhnlicher Sp. zu einem Erdsp. geweiht wird.
2. Weihe. Man kauft einen Sp., ohne vom verlangten Preise etwas abzuhandeln 34) oder auch nur nach dem Preis zu fragen 35); gelegentlich sind besondere Tage dafür vorgeschrieben, ein Freitag in Fausts Höllenzwang c. 67 36), der St. Nikolaustag 37), oder besondere Bedingungen gestellt, z. B. den Kauf mit drei Worten zu tätigen 38) oder gar ohne Worte, indem man dem Verkäufer sein Anliegen auf einen Zettel schreibt 39). An die Ecken des Sp.s werden manchmal Planetensymbole oder Kreuze gezeichnet 41), oder die Zaubernamen S. Solam. S. Tattier (Bettler). S. Gogartner (mit Varianten) [553] geschrieben 42), dann wird er, meist um Mitternacht 43), womöglich zu einer heiligen Zeit wie der Christnacht (Schwaben) oder in der Nacht nach dem nächsten Todesfall (Westböhmen), oder am Karfreitag 44), wohl auch zu ungerader Stunde 45), zur »Martisstunde« 46), vereinzelt um 12 Uhr Mittags 47), an einen unheimlichen Ort gebracht: man vergräbt ihn unter dem Galgen, neun Nächte lang jedesmal an anderer Stelle 48), häufiger an einem Kreuzweg 49), stellt sich gelegentlich auch darauf 50); statt dessen oder vorher vergräbt man ihn auf einem Friedhof 51) (vereinzelt die Vorschrift, nackt über die Mauer zu springen 52)), genauer: man legt ihn einem Toten aufs Gesicht, wozu sich ein frisches, am Freitag gegrabenes Grab besonders eignet 53) andernfalls muß eines erbrochen werden 54); bevorzugt wird das Grab einer Wöchnerin 55), eines Selbstmörders 56) oder des ersten Toten seit dem Kauf des Sp.s 57). Der Sp. muß mit dem Glas nach unten liegen 58); nach einer bestimmten Zeit (ein Tag 59), ein Monat 60), drei Tage und Nächte 61), drei Jahre 62), neun Wochen 63); unbestimmt: nach einigen Tagen 64), bis drei Leichen darüber getragen sind 65) oder nachdem die gleiche Zeremonie drei 66) oder neun 67) Nächte wiederholt wurde, möglichst zur selben Stunde, da man ihn vergraben hat, nimmt man ihn wieder an sich, hat aber dabei mancherlei Teufelsspuk zu bestehen, sei es, daß der Böse selbst durch allerlei Mißhandlung 68), oder daß verschiedenstes Gewürm und Getier 69) den Sp. an sich reißen will. Als erstes läßt man dann ein mitgebrachtes Tier, einen Hund oder eine Katze in den Sp. sehen 70); in einem Zeugnis 71) heißt es, dieses Tier »verspritze mit einem Knall«. Zu diesen häufigsten Anweisungen, die in den verschiedensten Kombinationen gegeben werden 72), kommen vereinzelt noch weitere: sich nach dem Vergraben des Sp.s rückwärtsschreitend 73) oder schweigend 74) zu entfernen oder ihn nach dem Ausgraben in einer öden Waldquelle zu waschen 75). Paracelsus gibt Anweisung, wie je nach dem Zweck das Material des Sp.s gewählt sein müsse; [554] auch astrologische Berechnung der Stunde war üblich 76); bei Faust lernen wir, daß für jede Art der Verwendung des Sp.s besondere Geister gerufen und hineingebannt werden müssen 77); in Dreiteufelsnamen soll der Sp. ausgegraben werden 78); dem wendischen Zauber erscheint gar der »cert« mit einem Buche, in das er sich eintragen muß 79). Eigenartig ist die Vorschrift bei Pollinger 80), daß man drei Sp. eingraben müsse, aus denen der eine Erdsp. wird. Ein ganz anderes Ritual verlangt, unter bestimmten Gebeten den Sp. mit dem Blut einer schwarzen Katze, einer schwarzen Henne und eines Bergraben zu bestreichen 81); verwandt ist die Anweisung der Handschrift des Germanischen Museums, am Karfreitag drei schwarze Hennen zu kaufen, zu kochen und in drei Häfen an eine Wegscheide zu stellen: am nächsten Tag ist in dem ersten ein Ring, der unsichtbar macht, im zweiten ein Gulden, dem stets einer zuwächst, im dritten ein Zaubersp. 82).
3. Gestalt. Befragung. Die Gestalt der Zaubersp. ist verschieden: meist viereckig 83), gelegentlich dreieckig84); einen runden aus dem Odenwald (18. Jh.) beschreibt Wünsch 85); meist sind sie mit einem Schieber verschließbar 86). Die Sp.schau nimmt bald der Auskunftbegehrende, bald der Besitzer, der oft ein Magier ist 87), vor, bald bedient sich letzterer eines Mediums: unschuldiger Kinder, Jungfrauen, Schwangerer 88); manchmal gelten besondere Einschränkungen: den Venedigersp. kann nur gebrauchen, wer ihn verfertigt hat 89), in dem Odenwälder Sp. sieht nur, wer am weißen Sonntag geboren ist 90). Angaben über die Zeit der Befragung sind selten; die beste Stunde ist Mitternacht 91). Auch der Ort scheint keine wesentliche Rolle zu spielen; die Wiese in dem Beispiel Alemannia 9, 76 erklärt sich zwanglos daraus, daß der Sp. Heilpflanzen gegen Krankheiten angeben soll. Daß die Befragung mit mancherlei Ritual umgeben wurde (u. a. ist, wie häufig im Zauber, die Kenntnis des Vornamens des Fragenden wichtig 92)), liegt nahe; es geht, wie schon anfangs bemerkt wurde, dem der Kristallo- [555] mantie parallel, worunter man vergleiche.
4. Wertschätzung. Geschichtliche Zeugnisse. Der Zaubersp. ist nicht nur im Märchen ein begehrtes Wunschding; wer einen besitzt, darf ihn nicht verkaufen, sondern muß ihn in der Familie weiter vererben 93) (daneben steht der Glaube, daß es überhaupt nicht möglich sei, sich seiner zu entledigen 94)); auf einer Auktion in Paris erzielte ein Zaubersp. noch im Jahre 1868 25500 Francs 95). Die Geschichte gibt Beispiele genug für seine Verwendung: Pythagoras und Kaiser Didius Julianus 96) sollen diese Kunst betrieben haben, im 12. Jh. berichtet es Johannes v. Salisbury von einem Priester 97), am Hofe der Katharina von Medici kam ein Fall vor 98); der Bauer Johannes Laichinger in Ebersbach (Bayern), dessen Leben bis in unser Jahrhundert reicht, war als Besitzer eines Zaubersp.s weithin bekannt 99). Auch an Verboten hat es nicht gefehlt; erwähnt seien zwei Erlässe Papst Johanns XXII. (1318 und 1326 oder 1327, beide aus Avignon 100)) und das Landgebot Herzog Maximilians von Bayern (1611) 101).
B. Besondere Arten der Verwendung des Zaubersp.s. Im folgenden sollen die besonderen Richtungen des Wissens, das der Sp. gibt, einzeln behandelt werden.
1. Der Welt- oder Sichtsp. läßt den Beschauer nach Belieben sehen, was sich irgendwo auf der Erde zuträgt; alte ägyptische Könige wie Saurîd und Ça 102) sollen wie Alexander der Große 103) einen solchen besessen haben; sie waren alle auf Säulen oder Türmen aufgestellt, der Alexanders auf dem berühmten Pharus, woselbst er noch in mohammedanischer Zeit gestanden haben soll 104); auch sonst kennt das Mittelalter Zaubersp. aus dem Westen (Turm des Herkules bei Cornua 105)), wie aus dem Osten (Becher des Dschemschid 106)), auch den Gesta Romanorum ist er bekannt 107); ganz den alten Vorbildern entspricht der Sp. in Schloß Logrois in Wolframs Parzival und der des Priesterkönigs im Titurel 108). Auch in neuerer Zeit fehlt es nicht an Beispielen: aus dem Elztal in Baden 109), aus Schwarzwasser im ehem. österr. Schle- [556] sien (das Ereignis fällt in die sechziger Jahre!) 110), aus Wälschnoom in Tirol (der Pfarrer sieht im »Bergsp.«, was der Probst von Neustift tut 111)), aus Steinbach bei Legau im Allgäu 112): hier weiß ein Wunderdoktor zu Anfang des 19. Jh.s nicht nur, was in dem Hause geschehen ist, sondern auch, was die Botin auf dem Wege zu ihm getrieben hat (letzteres erinnert an eine Geschichte der Vita S. Benedicti 113), nur daß der Heilige ein unmittelbares Fernwissen hat, während Doktor Riegger alles in seinem »Erdsp.« sieht). Noch 1894 konnte eine Schwindlerin in Hegewald (Böhmen) mit einem Zaubersp. Häuslersleuten ihr ganzes Geld entlocken 114). Der Sichtsp. zeigt im besonderen das Herannahen und die Operationen von Feinden (so der Pharus 115), die Salvatio Romae der Virgilsage 116), der Sp. Leos des Weisen in Konstantinopel 117)); noch Staricius, Heldenschatz (1698) beschreibt S. 314 die Anfertigung eines Sp.s, der anzeigt, was der Feind auf eine halbe Meile macht; wichtig ist dabei, daß er an drei Seiten gerahmt, nur an der linken offen sein soll.
2. Der Erd-, Berg- oder Grundsp. zeigt verborgene Schätze 118); Beispiele werden berichtet aus Kärnten 119), Luxemburg 120), Mecklenburg 121), Baden 122), Niederlande 123); einem Schatzgräber im Allgäu hat der Pfarrvikar in Stätten den seinen entwendet und vernichtet 124); in Feldkirchen (Kärnten) zeigt der Besitzer eines Berg-sp.s einem »Behexten« mit Hilfe dieses Instrumentes einen Schatz zum Trost für die nicht ganz gelungene Heilung von seinem Übel, dessen Ursache er durch denselben Sp. erkannt hatte 125). In Ungarn meint man, wer sich am Gründonnerstag mit einem Sp. auf ein Grab setzt und darin eine kleine Flamme sieht, wird im selben Jahre einen vergrabenen Schatz finden 126). Auch die Schatzgräber an der Wolga üben das Sp.gucken; dorthin ist es aus Südrußland gekommen, wo vielleicht der mißverstandene Kompaß den Ausgangspunkt bildet 127). Als »Berg-sp.«, der das Edelmetall im Erdinnern zeigt, hat ihn vor allem der sagenhafte Venediger (s. d.) bei sich: in den Alpen- [557] ländern (Tirol 128), Kärnten 129), Schweiz 130), Südbayern 131)), aber auch im Harz 132). Der Bergsp. des Venedigers ist fast immer zugleich »Sichtsp.« und der Älpler, der den Fremden als Führer begleitet, kann darin sein eigenes Gehöft in der Ferne sehen; den Übergang zeigt Alpenburg, Tirol 274: die Venediger können sogar daheim in Venedig die Lage der Erzgänge in ihrem Sp. sehen. Richtiger Sp.zauber verbindet sich mit diesem Fernsehen, wenn der Venediger den Bauern, der ihm ins Handwerk gepfuscht hat, sein Gehöft im Sp. zeigt und durch einen Schuß in diesen die beste Kuh des Bauern niederstreckt 133). Einen andern, der gar den Sp. zu entwenden suchte, straften die Venediger damit, daß sie auf Nimmerwiedersehen aus der Gegend (Ilberg bei Grund, Preußen) verschwanden 134).
3. Als Künder der Zukunft bewährt sich ein Sp. durch besondere »Weihe« (s. I A 2), aber auch jeder gewöhnliche Sp. zu bestimmter Stunde, vor allem um Mitternacht 135). Ersteres war besonders im Mittelalter üblich 136); letzteres ist z. T. noch lebendiger Volksglaube, z. B. in Schlesien 137) und Oldenburg 138). Das volle, nicht immer genau befolgte Ritual gebietet, zwischen 11 und 12 (oder 12 und 1) Uhr nachts, wann niemand im Hause ist, mit einem Licht in der Hand vor den Sp. zu treten und dreimal seinen Namen zu rufen oder laut aufzulachen 139). Die geeignetste Zeit hiefür ist die Weihnachtszeit 140), besonders die Silvesternacht141); in Frankreich glaubt man sich in der Dreikönigsnacht so im Sp. zu sehen, wie man einst in der Todesstunde aussehen wird 142). Besonders häufig verlangt man vom Sp. ein Eheorakel; die Frage des Mädchens nach dem künftigen Mann ist weiter verbreitet als die des Burschen nach der Frau, letztere ist vor allem bei den Slaven zu finden 143), doch auch den Deutschen (Hessen 144), Oldenburg 145), Berlin 146), Schweiz 147)) und Franzosen 148) nicht fremd. Bevorzugt wird die Johannis- (Frankreich 149), Kephalonia 150)), Andreas- (z. B. Erzgebirge 151), doch sehr verbreitet, vgl. Goethes Hexenküche 152)), Weihnachts- (Dithmarschen 153), Slaven [558] 154)), Thomas- (Weihenstephan155), Gäu um Herrenberg 156), beide Male mit dem bekannten Thomasspruch, Oberösterreich 157) hier sieht man, was die geliebte Person im Augenblick macht) und Silvesternacht (Preußen 158), Hessen, Oldenburg 159)). Dabei sind einzeln und mannigfach miteinander verbunden folgende Riten zu beachten: fast allgemein ist die Mitternachtsstunde und die Forderung, mit ein oder zwei brennenden Lichtern in Händen vor den Sp. zu treten (nur das Mädchen beim »Bett-Treten« in der Thomasnacht hängt den Sp. über dem Bett auf oder legt ihn unter das Kissen); vereinzelt ist gefordert, das Licht müsse schon bei einer Trauung gebrannt haben 160); man ruft dreimal den eigenen Namen oder den des (der) Geliebten oder beginnt laut zu lachen 161): die betreffende Person erscheint im Sp. hinter dem Frager 162) (dem Mädchen, um das der ersehnte Jüngling nicht anhalten wird, grinst der Teufel aus dem Sp. entgegen: Samland, Preußen 163)); doch darf man sich nach ihr nicht umsehen 164). Die Forderung der Nacktheit 165), die Vorschrift, mit dem Sp. ins Freie zu gehen 166), vor allem aber die Tatsache, daß in diesen Bräuchen sehr oft der ursprüngliche Wassersp. (Fluß, Brunnen) verwendet wird, so in der Rheinprovinz 167), im Erzgebirge 168), in der Schweiz 169), besonders häufig in Frankreich 170), zeugen von dem Alter dieser Zukunftserkundung. Bei einer von russischen Wahrsagern geübten Form dieser Sp.schau 171) werden zwei Sp. verwendet. In England schreibt das Mädchen den Namen des Liebsten auf Papier, verbrennt dieses und legt die Asche auf einen mit einem Kreuze gezeichneten Sp., dann erscheint ihr der Geliebte im Traum 172). Ein Beispiel von Sp.schau aus dem 17. Jh. gibt Johannes Rist als Augenzeuge 173). Lose hängt vielleicht mit den eben behandelten Bräuchen zusammen, daß man im Erzgebirge Gevatterbriefe gern an den Sp. steckt 174), daß das Mädchen beim sog. Sp.tanz nickt oder den Kopf schüttelt, je nachdem ihr der eben vorbeikommende Tänzer, dessen Bild sie im Sp. sieht, behagt oder nicht 175), daß die [559] Dithmarschen glauben, ein Mädchen, das unter dem Sp. sitzt, werde noch im selben fahre Braut 176); sicher gehört in diesen Zusammenhang, daß bei Achilles Tatius 8, 12 f. die von Artemis in eine Quelle verwandelte Rhodopis Liebesschwüre als wahr oder falsch erweist, oder daß auf dem heiligen Berg bei Pøibram wie am Fuße des Berges Tabor ein Brunnen ist, der als Orakel für glückliche Ehe gilt 177). Zu Wuttkes Zeit war der alte Brauch zu einer (vielleicht noch in halbem Glauben geübten) Jahrmarktsbelustigung geworden 178).
4. Durch Sp.orakel sucht man weiter den günstigen oder tödlichen Ausgang einer Krankheit zu erkennen (Patrai, Pausan. 7, 21, 12f.; Bretagne 179): in allen Beispielen ist es ein Wassersp.). Häufiger ist die Sp.schau ein Todesorakel: sieht man im Sp. neben dem seinen ein zweites Gesicht, so wird man bald sterben (Böhmen 180)) ein Glaube, der mit der todverkündenden Erscheinung des Doppelgängers zusammenhängt; in der Neujahrsnacht zur Mitternachtsstunde zeigt der Sp. die Personen, die im kommenden Jahre sterben werden 181), das fehlende Sp.bild in den spiegelnden Fettaugen des Weihnachtsessens bedeutet den Südslaven den Tod im folgenden Jahr182); wer in der Andreasnacht in einem wassergefüllten Becken sein Sp.bild ohne Kopf sieht, stirbt bald (Schweiz 183)); auch den Juden ist das fehlende Sp.bild ein Todesbote 184); umgekehrt gilt germanischem Glauben als Anzeichen für ein langes Leben, im Traume sein Sp.bild im Wasser zu sehen 185); griechischer Traumdeutung war derselbe Traum ein Todeszeichen 186), und in einer Erzählung aus der Bretagne zeigt das im Wasser erscheinende Bild des abwesenden Vaters dem Kinde dessen Tod an 187) (Einschlag des »Anmeldens« bei nahen Verwandten!). Die weitgehende Übereinstimmung mit Vorstellungen, die sich an den Schatten knüpfen (s. d. 3d), liegt auf der Hand. Abschließend sei noch erwähnt, daß sich Voraussagen der geschilderten Art gelegentlich mit dem Liebesorakel verbinden: dem Mädchen in der Rheinprovinz zeigt das Bild des Bräutigams im Wasser durch Striche auf der Stirn die Zahl der Ehejahre an 188), dem serbischen Mädchen erscheint der Liebste am Weihnachtsabend im Sp. liegend, wenn er tot ist, lachend, wenn er gesund, über den Tisch gelehnt, wenn er krank ist 189).
5. Der Sp. zeigt endlich überhaupt alles Verborgene und Geheimnisvolle: in der Natur, etwa der Wassersp. im Eimer das Osterlamm in der Sonne (Westfalen) oder den Freudentanz dieses Gestirns am Ostertage (Schwaben, auf Irland 190)), auch die Sterne bei Tag (Baar 191)), das unsichtbar machende Vogelnest 192) oder den ebenso wirkenden Raben- oder Zeisigstein (Tirol 193)); dann verborgene Leichen (Verunglückte im Vierwaldstättersee 194), einen Selbstmörder in Schlesien 195)); Verlorenes und Abhandengekommenes aller Art, wie der Zaubersp. eines alten Weibes aus Görlitz, das 1562 darob vor Gericht stand 196), viel häufiger aber den Dieb selbst. Von der letztgenannten Verwendung des Zaubersp.s berichtet Bräuner in seinen Kuriositäten von 1737, 68 ff., ein Grötzinger Gerichtsprotokoll von 1766 197), ein Fall aus den 70er Jahren wurde in Schlesien aufgezeichnet 198), ein weiterer aus dem 19. Jh. aus der Schweiz 199), ein gewisser Impert aus Uznach 200) übte ihn und noch manche andere. Wir kennen Beispiele aus der Oststeiermark 201), der Schweiz 202), Baden 203), Westböhmen 204), Schlesien 205), Niederlausitz 206), Südhannover 207), Mecklenburg, Ostpreußen, Ostfriesland 208), auch in Cornwall 209); der »runde Glanzzauber« in China, bei dem der Dieb auf einer weißen Papierfläche an der Wand erscheint 210), ist etwas ganz Ähnliches. Hier wie bei allen verwandten Praktiken spielt Selbst- und Fremdsuggestion eine große Rolle 211), die Zigeuner, die ein Geschäft daraus machen, helfen oft durch einen Trick (vorbereitete Bildchen) der Einbildung nach 212). In Westböhmen muß man bei der Befragung den Toten, auf dessen Sarg der Sp. bei der »Weihe« lag, mit Namen anrufen und bitten, den Dieb zu zeigen 213); einem Bestohlenen aus Flums hält im Bergsp. der Teufel den eigenen Bruder als Dieb [561] hin 214). Nicht immer bleibt es beim Zeigen des Diebes, er kann auch einen entsprechenden Denkzettel bekommen 215), solange er nicht die Beute über ein fließendes Gewässer gebracht hat 216); ein Bezirksrichter im Kanton Zürich konnte den im Zaubersp. erkannten Dieb sogar sterben lassen 217). Auch andere böse Menschen werden im Sp. erkannt (Lechrain 218), Allgäu 219), Schlesien 220), Niederlausitz 221)); der Hexenmeister Krabat entdeckte in seinem Zaubersp. eine Verschwörung gegen König August den Starken 222); der Scharfrichter Mengis von Rheinfelden nützte diesen Glauben psychologisch geschickt aus, einen Mann, der die eigene Tochter ermordet hatte, zum Geständnis zu bringen 223). Der Sp. zeigt ferner die Hexen: Kärnten 224), Salzburg (Zella. See 225)), Schlesien 226), Hessen 226a), Norddeutschland 227), Cornwall 228); in Erzählungen besteht die Pointe manchmal darin, daß der Sp. die eigene Mutter (Zechlin, Preußen 229), Mecklenburg 230)) oder Schwiegermutter (Busum 231)) als Hexe erweist. Auch hier heißt es vereinzelt, der Teufel halte im Sp. die Hexe vor sich und sehe ihr über die Schulter 232). Wie zäh solcher Brauch halten kann, zeigt eine Gerichtsverhandlung aus Koburg vom Jahre 1907 233). Verwandt ist der in Deutschland wie in China auftretende Glaube, im Sp. oder im Wasser müßten sonst unsichtbare Wesen (z. B. der Träger des unsichtbar machenden Vogelnestes) sichtbar werden, Geister ihre wahre Gestalt zeigen 234). Eine eigenartige Wirkung hat der Sp. im Heiligtum der Despoina in Arkadien (Paus. 8, 37, 7): der Mensch, der hineinschaut, sieht darin alles sich sp.n, außer ihm selbst eine merkwürdige Parallele zur Schattenlosigkeit im Lykaion (s. Schatten 3 c).
6. Natürlich fehlt der Zaubersp. auch im Märchen nicht. In einem Tiroler Märchen kauft ein Bursche einen Sichtsp., um durch dieses Geschenk bei seiner Geliebten die anderen Werber auszustechen 235). Bekannter ist der Sp. des Schneewittchenmärchens, der das Gewünschte nicht zeigt, sondern gar sein Wissen redend mitteilt; zu der bekannten [562] Grimmschen Fassung hat Panzer eine Parallele aus der Oberpfalz 236), Bolte-Polivka eine aus Wien 237) nachgewiesen, letztere auch an Musaeus' Richhilde erinnernd; in einer Variante aus Kassel heißt Schneewittchens redender Hund »Sp.« und gibt auf der Königin Fragen Auskunft 238); in einem wallachischen Märchen tritt der oben unter 5 erwähnte Zug hinzu, der Sp. zeige alles außer dem Beschauer, der Gesuchte versteckt sich daher bei diesem, als Rose im Haar, dann als Laus auf dem Kopfe 239).
19) Nur der »Wassersp.« scheint nach dem Ritual zu heißen, das ihn zauberkräftig macht (Verwendung von dreierlei Weihwasser): Reiser Allgäu I, 154. 20) Gander Niederlausitz 23. 21) Ranke Sagen 243. 22) SAfVk. 21, 210; Meyer Baden 563. 23) Pollinger Landshut 107. 24) Wuttke 245 § 354; John Westböhmen 288. 25) Ebd. Eine Verbindung von Welt- und Erdsp. scheint der »Feldsp.« zu sein, mit dem man 20 Stunden weit über und unter der Erde sehen und verborgene Schätze entdecken kann: Lütolf Sagen 251 f. 26) Meringer 23; Wünsch HessBl. 3, 154; Alemannia 37, 4 (künftiger Gatte). 27) Hüser Beiträge 2, 22 Nr. 68 (Assing-hausen). 28) Meier Schwaben i, 282 Nr. 317; SAVk. 25, 141; Alemannia 37, 4. 29) Alemannia 9, 26; SchwVk. 10, 5; SAVk. 25, 141; Meyer Baden 563. 30) Gander Niederlausitz 23f. Nr. 61; SchwVk. 10, 4! 31) Alemannia 9, 76; SchwVk, 2, 74. 32) Vernaleken Alpensagen in. *&) Meyer Baden 504. 34) Kiese\vetterFaust 463; Pollinger Landshut 107; Wucke Werra^r. 577. Bartsch Mecklenburg 2, 329; Urquell 5, 163 (Pommern); SAVk. 2, 268; 25, 154; John Westböhmen 276; Schulenburg Wend. Volks-thum 87. 3ö) SchwVk. 10, 4. 36) Kiesewetter Faust 463. 37) Birlinger Volksth. i, 337. 38) Ebd. 39) SchwVk. 10, 4. 40) DG. 5, 63. 41) Meyer Baden 564. 42) Pollinger Landshut 107; SAVk. 2, 268; 25, 154; Urquell 5, 163. 43) Birlinger Volksth. i, 337; SchwVk. 10, 4; SAVk. 25, 141; John Westböhmen 276; Schönwerth Oberpfalz 2, 218. 44) Reiser Allgäu 2, 117. 45) Urquells, 163; SAVk. 2, 269. 46) Kiesewetter Faust 463. 47) SchwVk. 2, 74; vielleicht Erinnerungsfehler des Berichterstatters. Keine Zeitangabe z. B. Meyer Baden 564: »in mondheller Nacht'4. 48) Schulenburg Wend. Volks-thwm 87. 49) Kiesewetter Faust 463; Pollinger Landshiit 107; Birlinger Volksth. i, 337; Meyer Baden 504. 564; SchwVk. 2, 74; 10, 4; Urquell 5, 163 (Pommern); Bartsch Mecklenburg 2, 329. 50) SAVk. 25, 141. 51) Kiesewetter Faust 463; Meyer Baden 564; John Westböhmen 276. 52) Wucke Werra Nr. 577. 5S) Bartsch Mecklenburg 2, 329. 54) Wuttke 245 § 354. 55) Wucke Wevra Nr. 577; Schönwerth Oberpfalz 2, 218. 56) Schönwerth a. O. [563] 57) John Westböhmen 2.-](y. 58) Pollinger Landshut 107; Meyer Baden 504; Wucke Werra Nr. 577; SchwVk. 10, 4; John Westböhmen 276; Urquell 5, 163. 59) Urquell 5, 163 (Pommern); Meyer Baden 504. 60) John Westböhmen 276. 61) Pollinger Landshut 107; Schönwerth Oberpfalz 2, 218; SchwVk. 2, 74; Urquell 5, 163. 62) Birlingcr Volksth. i, 337. 63) Kiese-wetterFaws*463. 64) SchwVk. 10, 4. 65) Meyer Baden 564. 66) Wucke Werra Nr. 577. 67) Schulenburg PF*;zrf. Volksthum 871. 68) Wucke Werra Nr. 577. Die Teufel SchwVk. 25, 141 sind dagegen harmlos. 69) SchwVk. 10, 4. 70) Kiesewetter Faust 464; Urquell 5, 163; ZfdMyth. 3, 330 (nach einer Hs. d. 16.17. Jh.s aus dem German. Museum); SAVk. 2, 269. 71) SchwVk. 10, 4. 72) Auffallend ist z. B. die Häufung dreier gleichwertiger Riten (Friedhof Kreuzweg Altar, bzw. Segen des Pastors) in Fausts Höllenzwang (Kiesewetter Faust 463) und bei Bartsch Mecklenburg 2, 329. 73) Wucke Werra Nr. 577; nach einer unsicheren Angabe SchwVk. 2, 74 dagegen, ohne rückwärts zu schauen. 74) Urquell 5, 163 (Pommern). 75) Schönwerth Oberpfalz 3, 218. 76) Schindle r Aberglaube 253. 77) Kiese wetter Faust 463; in den Sp. der Hexe Alemannia 9, 76 ist der Böse gebannt. 78) Wucke Werra Nr. 577. 79) Schulenburg Wend. Volksthum 88. 80) Landshut 107. 81) Reiser Allgäu i, 154. 82) ZfdMyth. 3, 330. 83) Wuttke 245 § 354; Meyer Baden 564. Der mittelalterliche Sp. war gewöhnlich rund: Wackernagel Kl. Schriften i, 134. 84) So z.B. der Walpurgissp. Vernaleken Alpensagen in. 85) HessBlfVk. 3, 154. 86) Wuttke a. O., vgl. Wünsch a. O. 87) Vgl. Du Gange s. v. Specu-larii; in Schlesien gilt er als Attribut der Freimaurer: MschlesVk. 14, 69. 88) Meyer Aberglaube 283. 89) Reiser Allgäu i, 154. 90) Wünsch a. O. 91) Alemannia9, 80. 92) Höhn Volksheilkimde i, 71. 93) Pfister Schwaben 51. 94) Gander Niederlausitz 23 f. 95) Wuttke 245 § 354- 96) Aelius Spartianus Didius Juli an. 7, 10; vgl. Dornseiff Alphabet 20. 97) Stempinger Aberglaube 55. 98) Alemannia 17, 240f. 99) Pfister Schwaben 51. 1ÜO) Hansen Hexenwahn 3. 5. 101) Panzer Beitrag 2, 270. 102)Liebrecht Zur Volksk. 88f. 103) Ebd. 89. 104) Revue Afrique 1905, 209. 105) MschlesVk. 1919/20, 19. 106) Haberlancl 339f. l07) c. 12, vgl. Stemplinger Aberglaube 55. 108) MschlesVk. 1919/20, 3. 37f. 109) Meyer Baden 563. ll°) Kühnau Sagen 3, 2046°. 111) Heyl Tirol 429 Nr. 117. 112) Reiser 221 f. 113) AASS. Märt. 3, 281 DF, 283 G D. 114) ZföstVk. 13, 133. 115) Revue Afr. 1905, 209. 116) I.iebrecht Zur Volksk. 89; dort noch ein ähnliches Beispiel. ll7) Ebd. 118) Wuttke 411 § 639. 119) Wuttke 245 § 354. 120) Ranke Sagen 243 121) Bartsch Mecklenburg i, 268. 122) Meyer Baden 563; Waibel und Flamm 1,286; 2,68. 242f. 123) Wolf Niederl. Sagen Nr. 295. 124) Reiser Allgäu t, 368. 125) Graber Kärnten 221. 126) ZdVfV. 4, 393f. 127) HessBl. 23.41.43. 128) Heyl Tirol 96. 387; Alpenburg Tirol 274; Zingerle [564] Sagen 70 f. 129) Graber Kumten 227!!. 13°) Lü-tolf Sagen 256. 509; Herzog Schweizersagen i, 116; 2,143; K u o n i St. Galler Sagen 138; Vonbun Sagen 19 Nr. 20. 131) Reiser Allgäu i, 156. 132) Eckart Südhannover. Sagen 17; Sieber Harzland i43f.; Pröhle Unterharz 191. 133) Graber Kärnten 228; Andree-Eysn Volkskundliches 212. 134) Kühn u. Schwartz 198. 135) Haberland 330. 136) ZdVfV. n, 278; eine große politische Sp.schein aus dem 16. Jh. in England bei Meyer Aberglaube 282. 137) Drechsler Schlesien 2,236. 138) Strackerjan 2,233 Nr. 492. 139) Ebd. i, 108. 14°) Birlinger Aits Schwaben i, 381. 141) Bartsch Mecklenburg 2,238; ZdVfV. 3032, 150 (Anhalt); Wuttke 246 § 355 (Ostpreußen). Auch in China wird am Neujahrstage aus Sp.n die Zukunft ergründet: ZdVfV. 15, 83. 142) Haberland 330f. 143) Krek Einl. in die slav. Litteraturgeseh. (1887) 798; WZfVk. 15, 135. 144) Wuttke 246 §355- 145) Ebd.; Strackerjan i, 108. 148) ZdVfV. i, 179. 147) Hoff mann-Krayer 96. 148) Sebillot Folk'Lore 2, 257. 149) Sebillot Folk-Lore-2,-252. 15°) Haberland 331. 151)John Erzgebirge 144. 152) v. Negelein 5, 28. Gelegentlich mit dem bezeichnenden Zusatz, das Mädchen sehe im Wassersp. des Brunnens neben . dem künftigen Mann den Teufel: Wuttke 246 § 356 (Schwaben). 153) ZdVfV. 23, 280. l54) WZfVk. 15, 135. 155) Pollinger Landshut 194. 156) Kapf f Festgebräuche Nr. 2 S. 4f. 157) Vernaleken Mythen 337; Wuttke 246 § 355. 158) Frischbier Hexenspr. 163; ZdVfV. i, 179. 159) Wuttke a. O. 16°) Hovorka-Kronfeld 2, 177. 161) Strackerjan i, 108, vgl. Anm. 139. 162) ZdVfV. 4,318 (Ungarn); 23,280 (Dith-marschen). 163) Hovorka-Kronfeld 2, 174. 184) Ebd. 1761. 165)Hovorka-Kronfeld2, 177; Drechsler Schlesien i, 13; v. Negelein 5,28. i«6) Vernaleken Mythen 337. 167) ZfdMyth. 3,60. 168) John Erzgebirge 144. 169) Hoff-mami-Krayer 96. 17°) Sebillot Folk-Lore 2, 252. 171) Alemannia 9, 81. 172) Haberland 331. 173) Grimm Sagen i, 1446°.; Haberlaiid 335f. 174) John Erzgebirge 10. 175) Meyer Baien 233. 176) ZdVfV. 23, 280. 177) Grohmann 49. 178) Wuttke 246 § 354. 179) Sebillot Folk-Lore 2, 244!'. 18°) Grohmann 220; Wuttke 226 § 322. 181) Rogas. Famblatt 3, 88. Merkwürdig ist der Schaffhauser Glaube: guckt die Katze in den Sp., so bedeutet das einen Todesfall (Unoth i, 180 Nr. 2); die Katze hat auch sonst Beziehung zum Sp., s. I A 2 und II C 1. 182) ZdVfV. 2, 185. 183) MAG. 43, 198. 184) A. Löwinger MjdVk. 1314, 53. 185) Haberland 346. 186) Artemidor 2, 7; weitere Stellen bei Preller Mythologie i4, 723. 187) Sebillot Folk-Lore 2, 376. 188) ZfdMyth. 3, 60. 189) WZfVk. 15, 135. 19°) Haberland 331 f. 191) Alemannia 2, 130. 192) Haberland 340. 193) Seligmann Schutzmittel 223. 239. Auch der Bergsp. hilft das Zeisignest finden (Alpen-bürg Tirol 370); daß im Falle des Wassersp.s der Gedanke mit vorschwebt, Wasser hebe den Zauber auf (Amersbach Grinimelshausen 2, [565] 56 f.), ist möglich. 194) SAVk. 21, 219: hier ist es ein »Bergsp.«. 195) Kühnau Sagen 3, 221. l96) Ebd. 258. 197) Höhn Volksheilkunde i, öS f. 198) Kühnau Sagen 3, 203!. 199) SAVk. 21, 2191. 20°) Manz Sargans 115. 201) Fischer Oststeievisches 115. 202) SchvvVk. 2, n; SAVk. 25, 12f.; Lütolf Sagen 246!'. 203) Meyer Baden 5<>6. 204) John Westböhmen 276, hier mit einem »Erzsp.«. 205) Drechsler Schlesien 2,48. 236. 206) Gander Niederlausitz 23. 207) Eckart Südhannovev. Sagen 57. 208) Wuttke 245 § 354. 211) SAVk. 25, nf. 212) Gross Handbuch i, 545. 213) John Westböhmen 276. 214) Manz Sargans uö. 215) Schambach u. Müller 172 Nr. 192; Drechsler Schlesien 2, 236. 216) ZdVfVk. 9, 210 (Altenburg i. S.-A.). 217) Wuttke 246 § 354. 218) Leoprechting Lechrain 48.2l9) Reiser Allgäu 2, 21. 220) Kühnau Sagen 3, 220. 221) Gander Niederlausitz 23. 222) Meiche Sagen 546. 223) SAfVk. 22, 114. 224) Graber Keimten 215. 225) Andree-Eysn Volkskundliches 212f. 226) Wucke Werra Nr. 577. 226a) Bindewald Sagenbuch 102f. 227) Drechsler Schlesien 2, 236. 228) Haberland 335. 229) Urquell 3,317 230) Wuttke 246 § 354. 23l) Müllenhoff Sagen 560 Nr. 565. 232) Schulenbürg Wend. Volkstum 88. 233) Hellwig Aberglaube it; Alemannia 37,4. 234) Haberland 340; v. Negelein 5, 23. 235) Schneller \Vulschtiyol 27. 236) Panzer Beitrag 2, 165. ^3T) Anm. zu den KHM. t, 452. 238) Ebd. 451; Haberland 339. 239) Haberland 339.
II. Der wirkende Sp.: A. Böse Wirkung des Sp.s.
1. Der Sp. ist ein unheimlicher Gegenstand und gilt als gefährlich. Läßt man ihn z. B. mit dem Glase nach oben liegen, so kommt ein Unglück 240); Frauen der Coroãdo bedecken ihr Gesicht, wenn sie einen Sp. sehen 241); im Erzgebirge wird ausgelacht, wer einen Sp. stehen läßt 242) Nachklang derselben Vorstellung. Auch das I A 2 behandelte Gebot, in einen Zaubersp. zuerst ein Tier sehen zu lassen, zeugt dafür. Schon unter dem Sp. zu sitzen, bringt Unglück 243); in Westböhmen bleibt man dann noch 7 Jahre Junggeselle oder Jungfrau 244); im Zusammenhang mit einem anderen Aberglauben steht die Befürchtung, wenn 13 Personen an einem Tisch sitzen, müsse der sterben, der unter dem Sp. sitzt 245). Einen Sp. zu schenken, gefährdet die Liebe (etwas rational erklärt: »die Liebste sieht darin alle Fehler des Geliebten« 246)) oder ruft Streit und Zank hervor 247). Die Gefahr der Selbstbezauberung durch Besp.ung war schon der Antike geläutig, wie die Sage von Narkissos und das Epigramm auf Eutelidas (Plut. Quaest. conv. 5, 7, 4) beweisen 248), der Glaube lebt auch noch im heutigen Griechenland 249); auch ist an die gnostische Erzählung zu erinnern, Adam habe seine göttliche Natur verloren, als er sich in einem Sp. betrachtete 250).
2. Ein Zeugnis für die Gefährlichkeit des Sp.s sind die häufigen Sp.schauverbote. Sie gelten vor allem dem Kinde. Das Verbot ist sehr verbreitet, die Begründung wechselt: es wird sonst häßlich (Thüringen 251), Schwaben 252)), schielend (Westböhmen 253)), bekommt das Stammeln, lernt schwer oder gar nicht sprechen 254) (Mecklenburg 255), Pommern 256), Frankreich, Gibraltar 257)), wird krank (Ostpreußen 258)), dumm (Pommern 259)) oder gar ein Narr (Aargau 260)), ja es kann vorzeitig sterben (Dithmarschen 261), Alt-Essen 262), Taucha, Sachsen 263), Franken 264), England 265)). Nur solange ein Kind in keinen Sp. geschaut hat, sieht es den Himmel offen 266); im Sp. dagegen sieht es den Teufel (Wälsch Südtirol 267), Alt-Essen 268), Landshut 269)) oder Gespenster (Spreewald 270)), in deren Gewalt es gerät (Siebenbürgen 271)). Das Kind wird furchtsam (Westböhmen 272), Spreewald 273); in Rußland bekommt es einen unruhigen Schlaf 274)), eitel oder stolz (fast überall verbreitet 275)), leichtsinnig (Oberpfalz 276)) oder ein Dieb (Nahetal 277)). In vielen der angeführten Fälle ist das Verbot auf das erste Lebensjahr beschränkt. Besonders abends oder gar nachts ist es gefährlich, ein Kind in den Sp. sehen zu lassen 278). Da steht der Teufel hinter ihm (Schleswig-Holstein 279)) oder es bekommt die Gelbsucht (Böhmen 280)). Gleiche Gefahr droht dem Erwachsenen, der nach 11 Uhr nachts in den Sp. schaut: er sieht ein garstiges Gesicht (Schlesien 281)), den Teufel (sehr verbreitet 282)), eine Hexe (Schwaben 283), Sandhäuser, Baden 284)), den Tod (Böhmen 285), Mecklenburg 286)); man verliert sein Sp.bild (Schlesien 287)), wird »wüst« (Baselland 288)), bekommt die Gelbsucht (Böhmen 289)), Zahnausfall (Schaffhausen 290)) oder muß sogar sterben (Böh- [567] men 291)). Wer in der Fastnacht allein in einem erleuchteten Zimmer in den Sp. sieht, ist bis zur nächsten Fastnacht tot 292). Nicht mit einem Licht in den Sp. schauen, war schon ein pythagoreisches Symbolum (ZfVk. 25, 18. 20); in einer englischen Schrift des Jahres 1618 wird eindringlich davor gewarnt 293). Vor allem muß den Sp. meiden, wer besonders gefährdet ist: das junge, eben geschlechtsreif gewordene Mädchen (es wird sonst stolz 294), sieht den Teufel darin 295), wird nicht mehr von Männern begehrt 296)), die Braut (Erzgebirge 297), französ. Schweiz, England 298)), die Schwangere (Mecklenburg, Schlesien 299)), die Wöchnerin (Mecklenburg 300), Schlesien 301), Brandenburg 302), Samland [Preußen] 303), auch bei den Südslaven 304), den Ungarn 305), selbst bei den Kaffern 306)), in Indien der Brahmane 307). Die Begründungen der Sp.-schauverbote sind z. T. sekundär: daß man eitel wird, wenn man viel in den Sp. schaut, ist aus Beobachtung des täglichen Lebens gewonnen, der Sp. als Symbol der Hoffart spielt in volkstümlicher Erbauungsliteratur eine Rolle (so ist auch der Berner Brauch zu deuten, durch den das Mädchen Eigenschaften oder Beruf des Zukünftigen zu erfahren sucht: Schw-Vk. 3,89); der Teufel bezeichnet ganz allgemein das Unheimliche des Sp.s in der Vorstellungswelt des Christen, gelegentlich wird er auch in Zusammenhang mit den moralischen Wirkungen häufigen Sp.guckens zu bringen sein (»wer viel und gern in den Sp. schaut, dem guckt der Teufel über die Schulter«: Dithmarschen 308)); wenn die Notwendigkeit, Tiere zuerst in den Erdsp. sehen zu lassen, in der Oberpfalz damit begründet wird, aus ihm sehe der Teufel 309), so ist er natürlich als der Vater aller Zauberei gefaßt.
3. Mit den Sp.schauverboten hängt auch die Sitte des Umkehrens oder Verhängens des Sp.s zusammen. Zu den unter 2. genannten Verboten der Sp.schau für Wöchnerinnen ist nachzutragen, daß in diesen Fällen die Sp. im Hause verhängt zu werden pflegen. Das Verhängen des Sp.s ist besonders häufig bei Todesfällen 310); auf den Tod des Hausvaters beschränkt weist Wuttke den Brauch aus Ostpreußen, Mecklenburg, Baden nach 311); bei den Juden dreht man den Sp. um, »damit der Tote im Sp. nicht gesehen werden könne« 312). Begründet wird der Brauch oft mit der Angst vor einem Verweilen des Toten im Hause, falls er sein Sp.bild sähe 318); hat dieses Motiv Ähnlichkeit mit den unten (II C 1) zu besprechenden » Aggregationsriten'', was schon Maack 314) auffiel, so zeigt das andere, die Sp.ung des Toten lasse bald eine zweite Leiche folgen 315) (ähnlich meinen die Kroaten, die smrt könne sich im Sp. verdoppeln, dann würde die Sterblichkeit noch größer316)), Beziehung zu manchem dem Sp. anhaftenden Analogiezauber (drei Ähren hinter dem Sp. sichern eine reiche Ernte: Wetterau, Schlesien 317); eine Doppelähre daselbst bewahrt vor Blitzschlag: Erzgebirge 318), vgl. den Sp. auf dem Fronleichnamsaltar in Unzhurst 319); umgekehrt sucht man die Gewittergefahr zu bannen, indem man den Sp. verhängt 320)). Die neueren Volksforscher halten sich meist an erstere 321), wenn sie nicht vorziehen, die als Sp.bild erscheinende Seele des Beschauers durch den Toten gefährdet zu sehen 322), wofür sie sich nicht nur auf den Glauben der Zulu berufen können, das Sp.bild im Wasser sei durch die Tiere der Tiefe gefährdet 323), sondern auch auf den deutschen Aberglauben, wer in einem Totenzimmer in den Sp. sieht, müsse sterben (Posen 324), Oldenburg 325)), dem der konstantinopolitanische zur Seite steht, wer sich im Sterbezimmer spiegle, bekomme die Totenfarbe 326). Dazu kommt das Umkehren der Sp. bei epileptischen Anfällen im Erzgebirge 327), das ohne die etwas gekünstelte Erklärung v. Negeleins (man will hier den Doppelgänger, der sich gewissermaßen »verkehrt und dadurch den epileptischen Anfall hervorgerufen hat, durch abermaliges Umkehren in die alten Bahnen bringen« 328)), mit den Sp.schauverboten für Kranke zusammengehalten (sonst verschlimmert sich die Krankheit: Böhmen 329), Schlesien, hier bei Geschwulst 330); die Rose wird »süchtig«: Voigtland 331)), als verwandt erkennbar [569] ist 332). Indes scheinen alle diese Erklärungen, ob es sich um Analogiezauber oder Aggregationsriten handelt, ob die Seele des Toten als am Sp. haftend oder die eines Lebenden durch den Sp. gefährdet sein soll, doch erst nachträgliche Ausdeutung zu sein: das Sp.verhängen knüpft ja nicht nur an den Tod, sondern, wie Samter 333) zeigt, auch an Geburt und Hochzeit an, in deren Umkreis, wie oben (II A 2) gezeigt wurde, auch Sp.schauverbote besonders häufig sind. Beides entspricht einander, und die hier wie dort ursprünglich vorauszusetzende Vorstellung ist wohl einfach die, sich gegen die unheimlichen Kräfte des Sp.s zu schützen, die an Wendepunkten des Lebens oder für den Kranken 334) mehr als sonst zu befürchten sind. Möglich, daß man dieses Grauen vor dem Unheimlichen zuweilen auch als Angst vor bösen Geistern auslegte 335); ursprünglich ist das gewiß ebensowenig.
B. Apotropäische Wirkung des Sp.s.
1. Der Sp. gilt aber wegen seiner besonderen Macht auch als glückbringend. Bei den Indern hat er in Aufzählungen glückbringender Dinge seine feste Stelle 336). Darum hat die Sp.schau ihren Platz im Ritual der indischen Königsweihe, und der König nimmt sie täglich vor 337): das Königsmana muß auf jede mögliche Weise gestärkt werden und der Sp. als ein zauberischer Glücksbringer kann dazu dienen. Viel besprochen ist die Rolle des Sp.s in dem Zeremonial der indischen Witwenverbrennung 338): soweit nicht das Fixieren des glänzenden Gegenstandes seitens der Witwe auf ihrem Wege zum Scheiterhaufen einfach einen Zustand verminderter Empfänglichkeit hervorrufen soll 339), scheint die von Zachariae 340) angenommene Übertragung eines Hochzeitsbrauches auf die als Totenhochzeit betrachtete Verbrennung das meiste für sich zu haben; Parallelen dazu finden sich in Deutschland (Sp. als Schmuck der Brautknechte und ihrer Pferde in Schaumburg-Lippe 341)), Griechenland (der Braut in Tripolitza hält auf dem Wege aus dem Vaterhaus ein Kind einen Sp. vor 342)) und Tripolis (Sp. als Schmuck der Braut in apotropäischer Absicht 343)).
2. Die apotropäische Wirkung des Sp.s richtet sich vornehmlich gegen den bösen Blick, der aus ihm auf den Faszinierenden zurückgeworfen wird 344). Daher seine Verwendung als Amulett, schon im Mittelalter345), in neuer Zeit noch in Rumänien 346), Spanien und Tripolis 347), bei den Kabylen 348), nicht zuletzt in Indien 349). Manchmal ist der böse Blick einer Hexe auch stärker als die Zauberkraft des Sp.s; dann bleiben darauf zwei dunkle Flecken als Blickspur wie in der dänischen Sage vom Christen Spielmann 350), das Glas wird angefressen oder ganz durchlöchert 351), der Sp. kann sogar in tausend Stücke zerbrechen (Dalmatien 352)). Noch in einem Bericht der Pariser Akademie von 1739 wird allen Ernstes angenommen, ein Sp. habe die schlechten Säfte einer alten Frau, die sich ihm näherte, absorbiert 353). Darum darf auch eine Frau zur Zeit der Menstruation nicht in den Sp. schauen, weil sie da unrein ist und den Sp. durch ihren Anblick befleckt und verdirbt 354). Als Apotropäum trägt einen Sp. auch der indische Barbier bei sich 355); das Haarschneiden (s. dort) ist ein an die Grenzen des Magischen rührender Akt. Dagegen dürften die zahlreichen Sp. als Grabgaben in prähistorischer Zeit und in der Antike nicht apotropäischen Zwecken dienen: daß sie in den skythischen Gräbern Südrußlands nur bei Frauen 356) gefunden werden, wie die Verbindung mit der Gabe eines Kammes bei den Mohammedanern 357) erweist sie als Gebrauchsgegenstände, die der Tote nicht vermissen soll. Als Amulett tragen Sp. die Pferde in Athen 358), ob der gleichen Zauberwirkung wird beim Pferdeopfer der Hindu der Kopf des Opfertieres mit einem Sp. berührt 359). Ein Rind mit weißer Stirne heißt in Baden »Sp.« 360), Miroir ist Kuhname in der Freiburger Gegend 361): da liegt das Apotropäische im Namen. Von da aus erklärt es sich auch, daß in einer Variante des Schneewittchenmärchens (s. I A 6) der redende Sp. als ein Hund aufgefaßt wird, der »Sp.« heißt.
3. Die apotropäische Kraft des Sp.s dient oft dazu, sich unerwünschte Wesen dämonischer Natur vom Leibe zu halten. [571] Der Hagel- oder Gewitterwolke hielt schon der Bauer des Altertums einen Sp. vor, um sie zu verscheuchen 362); schon Palladius I, 35, 15 gibt dafür die Erklärung, die (dämonisch belebt gedachte) Wetterwolke erschrecke vor ihrem eigenen häßlichen Bild und suche das Weite, dieselbe Erklärung, die auch für den gleichen Brauch im modernen Europa (Alpen 363), Montagnes noires in der Bretagne 364)) gegeben wird. Das gleiche Mittel hilft auch gegen allerlei übles Getier, wie Schlangen und vor allem Basilisken: der Anblick des eigenen Sp.bildes tötet sie 365). So soll schon Alexander der Große einem Basilisken beigekommen sein 366); ein provençalischer Dichter vergleicht sein Liebessehnen mit dem Verlangen des Basilisken nach dem tödlichen Anblick seines Sp.bildes 367); in den zahlreichen neueren Basiliskensagen wird das Tier fast immer auf diese Weise getötet 368). In einem italienischen Märchen bei Straparola (16. Jh.) geht ein Jüngling, das Gewand ganz mit Sp.n bedeckt, einem Untier an den Leib, das den singenden Apfel bewacht, der Pastor in einer isländischen Sage macht dem Skoffin mit dem Sp. den Garaus 369). Als Vorsichtsmaßregel versieht sich, besonders in den Nordländern, der Brunnenreiniger mit einem Sp. 370). Rationalistische Auslegung läßt das Untier durch den vom Sp. zurückströmenden eigenen Hauch betäubt werden, so daß man es leicht töten kann 371), psychologische bei seinem Anblick stutzen, welcher Augenblick vom Gegner zum Todesstreich benutzt wird 372); der Lindwurm im Ammertal (Meier 210) hält sein Sp.bild für einen Kameraden, kommt zutraulich näher und gibt sich dabei eine Blöße. Das Motiv, daß ein Tier sich nicht sehen mag, kommt auch beim Kreuzschnabel vor: wenn er getrunken hat, wirft er das Wasserglas aus dem Käfig, aus Zorn, weil ihm das Sp.bild seinen krummen Schnabel zeigt (Tirol 373)). Auch richtige Gespenster nehmen vor dem Sp. Reißaus (Kärnten 374), Oldenburg 375), China 376)), desgleichen Zauberer 377), Druden 378) und Hexen 379); eine humorvolle Erklärung, die Hexe glaube beim Anblick ihres Sp. [572] bildes im Stalle, es sei schon eine Hexe da, und gehe weiter380), hat an der Wetterwolke bei Palladius I, 35, 15 ein Seitenstück. Weniger einfach ist es mit dem Bilwisschnitter: man kann ihn töten, wenn man mit einem Sp. am Dreifaltigkeitssonntag oder am Johannistag frühmorgens unter einem Hollunderstrauch sitzt, da auch er beim Anblick seines Sp.bildes sterben muß; wird man aber von ihm zuerst gesehen, so ist man selbst des Todes (Thüringen381)).
4. Als heilkräftig schlechthin erscheint der Sp. bei der Krankenheilung verwendet: eine Heilung durch einen Erdsp. in München berichtet Leoprechting 382), in Syrien wird Sp.schau gegen Kopfweh empfohlen 383), ein behexter Knabe aus Münsingen (Schwaben) wird geheilt, sobald der Hexer im Zaubersp. erkannt ist 384). Da die mittelalterliche Medizin an heilkräftige Wirkung der Sp., besonders gegen Augenleiden, glaubte, stand der kirchlichen Benediktion von Sp.n zu diesem Zwecke nichts im Wege 385). Wenn man sich gegen Bleich- oder Gelbsucht in einem Teerfaß sp.n soll (Mittenwalde, Fahrland [Preußen] 386)), so hat hier wohl neben der Sp.ung die schwarze Farbe des Teers eine beherrschende Bedeutung. Sp.ung als Heilpraxis ist auch in China 387) und Ostindien 388) zu finden; für die antike Tiermedizin bezeugt sie Columella 6, 35.
5. Da der Sp. ein so zauberkräftiger, übelabwehrender, glückbringender Gegenstand ist, muß es als Unglück erscheinen, wenn er zerbricht oder auch nur zu Boden fällt (Oldenburg 389), Venedig 390); auch Napoleon glaubte das 391)), besonders wenn dies beim Einzug in ein neues Haus geschieht (Erzgebirge 392)). Meistens heißt es, der Eigentümer habe 7 Jahre Unglück 393) oder müsse 7 Jahre Not leiden 394), ein Mädchen bekommt 7 Jahre keinen Mann 395). Oft gilt das Herabfallen des Sp.s als Vorbote eines Todesfalls im Hause 396); in der Schweiz glaubt man, wer zuletzt in einen zerbrochenen Sp. geschaut hätte, müsse sterben 397); in Slavonien deutet das Springen eines geschenkten Sp.s den Tod des Spenders an 398). [573]
C. Sp.bild, Seele, Doppelgänger.
1. Gleich dem Bild und dem Schatten ist endlich das Sp.bild eines Menschen ein wesentlicher Teil seiner Persönlichkeit 399); animistisch wird es oft als die Seele gedeutet 400), die auf diese Weise im Sp. gleichsam »eingefangen« wird 401). So erklären sich die »Aggregationsriten« 402), bei denen man Tiere, um sie ans Haus zu gewöhnen, einmal (Dudinghausen [Preußen] 403), Oldenburg 404)) oder noch besser dreimal (Schaffhausen 405), Wetterau406)) in den Sp. sehen läßt; der Brauch ist in Deutschland sehr verbreitet 407), besonders wenn es sich um Hunde 408) oder Katzen 409) oder um Hühner, überhaupt um Geflügel 410) handelt; den Hühnern sagt man in manchen Gegenden obendrein ins Ohr: »Putte, komm wieder« (Brandenburg, Waldeck, Oldenburg 411)). Man kann aber auch einen Besuch anlocken, indem man eine von ihm erhaltene Karte an den Sp. steckt 412), und wenigstens in der Neujahrsnacht Verstorbene darin sehen 413); selbst Geister kann man im Sp. zeigen 414) und für manche Primitive ist der Sp. geradezu das Geisterreich 415) eine leicht erklärliche Weiterbildung des am Sp. haftenden Seelenglaubens.
2. Gleich dem Schatten wird das Sp.bild weiterhin zum Doppelgänger. Was ihm geschieht, geschieht dem Wesen selbst: Gesichter, die man vor dem Sp. schneidet, bleiben einem 416); der Venediger schießt nach der Kuh im Sp. und das wirkliche Tier verendet (s. I B 2); einem Bezirksrichter im Hörsacker (Schweiz) traute man zu, er könne die Diebe, die er in seinem Zaubersp. gesehen habe, sterben lassen 417); in der Auvergne tötet ein Zauberer eine Hexe, indem er ihr Sp.bild im Wasser mit einem Messer durchbohrt 418); eine merkwürdige Motivdoppelung (Parallelisierung von Bild- und Sp.zauber) findet sich endlich in den Gesta Romanorum c. 102 419); an die Erklärung des Sp.verhängens bei Todesfällen (s. IIA 3) sei noch einmal erinnert. Im Altertum wollten die thessalischen Zauberinnen den Mond zur Erde herabziehen, indem sie sein Bild in einem Sp. einfingen 420); über Dionysos bekamen die Titanen durch das- [574] selbe Mittel Gewalt 421), daher der Sp. in seinem Kult 422). In dem Sp. des Kaisers von Japan hat die Göttin Amaterasu den Menschen ihr Selbst hinterlassen 423). Große Verselbständigung gibt dem Sp.-bilde Ovid in der Darstellung der Narkissossage (Met. 3, 342ff.), noch weiter geht neuestens Werfels »Sp.mensch«.
240) Drechsler Schlesien 2, 195. 236f.; Urquell 3, 40 (Schlesien). 241) Seligmann Blick i, iSi. 242) John Erzgebirge 35. 243) Strackerjan 2, 233 Nr. 492. 244) John Westböhmen 123. 250. 256. 246) Wuttke 210 § 293. 246) Drechsler Schlesien i, 231. 247) ZfrheinVk. 1914, 267. 248) Seligmann Blick i, iy8f. 249) Rh. Mus. 49, 1851. 25°) Seligmann Blick i, 180. 251) ZdVfVk. 13, 384. 252) Höhn Geburt 277. 253) John Westböhmen 109. 254) Grimm Myth. 3, 477. 255) Wuttke 392 § 600; Bar t seh Mecklenburg 2, 53. 256) Knoop Hinterpommern 157. 257) Selig mann Blick i, 180. 258) Wuttke^ 392 § 600. 259) Urquell 6,480. 26°) Rochholz Kinderlied 317 Nr. 760. 261) Urquell i, 9. 282) ZfrheinVk. 1913, 182. 263)Dähn-hardt Volkstümliches 2, 89 Nr. 366. 264) Lam-mert 119. 265) Seligmann Blick i, 180. 266) SAVk. 2,223; 192526, 197. 267) ZdVfVk. 11,446. 268) ZfrheinVk. 1913,243. 2«9) Pol-linger Landshut 244. 27°) Seligmann Blick i, 180. 271) Hillner Siebenbürgen 25; auch jüdischer Glaube Seligmann a. O. 272) John Westböhmen 109. 273) Schulenburg Wend. Volksthum 109. 274) Seligmann Blick i, 180. 275) Köhler Voigtland 424; Dirksen Meiderich 48 Nr. 7; ZdVfVk. i, 184; 4, 32Ö;ZfVk. NF. i, 198; Grimm Myth. 3, 435; Wuttke 392, 660; Bar t seh Mecklenburg 2, 53; Wolf Beiträge i,. 209; Bohnenberger Nr. i, 18; Nr. 4, 277; SchwVk. 10,37; Meyer Baden 51; John Westböhmen 109; Seligmann Blick i, 179f.; Lammert 119; Urquell 6, 180. 276) Schön-werth Oberpfalz i, 181 Nr. 14; Wuttke 392, § 600. 277) ZfrheinVk. 1905, 184. 278) SAVk. 23, 187. 279) ZdVfV. 20, 387. 28°) Hovorka-Kronfeld 2, 112. 281) Wuttke 314 § 464. 282) Zu den Belegen bei Wuttke a. O., Seligmann Blick i, i8iff.; SAVk. 21, 50 wäre noch zu fügen: Grimm Myth. 3,438 Nr. 104; ZfdMyth. i, 243; 3, 315; ZdVfVk. 5, 416; 20,387; ZföVk. 4, 150; Schön wert h Oberpfalz 3, 240; John Westböhmen 250; Siebenbürger Heimatblätter i, 94; Grohmann 27. 224; Meier Schwaben 2,502; Birlinger Volksth. 1,265; Panzer Beitrag 2, 298; Sebillot Folk-Lore i, 139 (Bretagne). 283) Wuttke a. O.; Seligmanna. O. 284) Alemannia 33, 304. 285) Grohmann 225 Nr. 1587. 286) Bartsch Mecklenburg 2,4. 287) Wuttke a. O.; Drechsler Schlesien 2, 236; das glauben auch die Christen in Konstantinopel: Seligmann Blick i, 181. 288) SAVk. 12, 151; auch in Syrien verliert man dadurch den Verstand: Seligmann i, 181. 289) Grohmann 225, 1587. 29°) Unoth i, 181 [575] Nr. 26. . 291) Wuttke a. O. 292) John Erzgebirge 118. 293) Haberland 341. 294) John Erzgebirge 57; vgl. die Geschichte SAVk. 25, 144. 295) Heyl Tirol 799 Nr. 238; ZdVfV. 8,391; vgl. die Geschichte bei Seligmann i, 179. 296) Schweden: Seligmann Blick i, 181; vgl. Frazer 3,93: der Sp. nimmt dem Mädchen die Schönheit (Niederl. Indien). 297) John Erzgebirge 94. 298) Seligmann Blick i, 181. 2«) Ebd. 30°) Wuttke 379 § 576. 301) Drechsler Schlesien 1,204. 302) ZdVfV. 1,184; Sartori Sitte i, 30. 303) Urquell i, 151 Nr. 22. 304) Seligmann Blick i, 181. 305) Samter Geburt 134. 306) Haberland 343. 307) v. Negelein 5,26; Haberland 344; Seligmann Blick i, i8of, 308) ZdVfV. 20, 387. 309) Schönwerth Oberpfalz 3,41 Nr. 3. 31°) Liebrecht ZurVolksk. 350; Engelieii und Lahn 250; John Westböhmen 167; Strackerjan 2, 215. 233; Frazer 3,95- 3n) Wuttke 459 §726. 312) ZdVfVk. 18, 363; Höhn Tod 322. 313) Urquell 3,299 (Königsberg); Bartsch Mecklenburg 2,90; Meyer Aberglaube 232; Maack Lübeck 55; Seligmann Blick i, 182; vgl. Sartori i, 128!; v. Negelein 5, 33; Haberland 344; Meringer 21. 314) Lübeck 552. 815) Urquell 3, 50 (Masuren); ZdVfV. 1,185 (Brandenburg); Wuttke 461 § 729 (Ostpreußen); Bartsch Mecklenburgs, 89; John Erzgebirge 121; Drechsler Schlesien i, 291. 316) ZdVfV. i, 157. 317) Wuttke 423 § 660. 318) John Erzgebirge 26, vgl. 10. 819) Meyer Baden 506. 32°) John Erzgebrge 26; MsächsVk. 4, 59. 321) Man bringt den Brauch dann auch gelegentlich mit dem anderen zusammen, den^ Sp. an einen anderen Platz zu hängen, damit der Tote ihn nicht finde, was dem gleichen Zweck dient (Höhn Tod 322: Württemberg; Kr au s s Volkforschung 112). 322) Samter Geburt 134; Frazer 3, 941.; Craw-ley ERE. 8, 6g6b. 323) Meringer 19. 324) Urquell 3, 50. 325) Strackerjan i, 68. 326) Seligmann Blick i, 182. 327) Seyf arth Sachsen 272; Wuttke 355 § 532. 328) AfRw. 5, 24. 329) Groh-mann i, 151 Nr. 1097; Wuttke 343 § 511.
-330) Drechsler Schlesien 2, 292. ^l) Köhler Voigtland 423; Wuttke 348 § 520; Seyfarth Sachsen 272. 332) Vgl. Crawley a. O.; Frazer 3,95. 33S) Geburt 131!!. 334) Meringer 23.
*») ZdVfV. 20, 126. 336) ZdVfV. 15, 76. 337) Ebd. 8if. 338) Vgl. Th. Zachariae ZdVfV. 14, 198210. 302313. 395407; 15, 7490; !8, 177181. 339) Meringer 19. 34°) ZdVfV. 15,80.82. **1) Sartori Sitte i, 83; Fehrle Volksfeste 97.'342) Sartori a.O.8315. 343) ZdVfV. id. 79- Das gleichzeitige In-den-Sp.-schauen der Liebespaare in der Türkei (Meringer 19) ist dagegen ein richtiger Analogiezauber. 344) Seligmann Blick 2, 276; Sartori a. O. i, 83. 345) Franz Benediktionen i, 4701. 346) Seligmann Blick 2, 20. 347) Ebd. 276. 348) Ebd. 278. 349) Crooke Northern India 206; ZdVfV. 15,75ff. 35°) ZdVfV. n, 324; Seligmann Blick i, 2301. 351) Ebd. 230. 352) Ebd. 231. 35S) Ebd. 99-354) Paracelsus Werke hrsg. v. B. Ascher (1926), 705; Haberland 342. 355) ZdVfV.
15, 76.; MschlesVk. 15, 76. **) Schrader Reallex. 22, 422. 357) Haberland 330. 358) Hess-Bl. 13, 128. 359) Haberland 329!. 36°) Meyer Baden 133. 361) Mannhardt Germ. Mythen 58. 362) Geoponica i, 14, 4. Dazu Fehrle Geoponica 10f. 18 ; W. Fiedler Antiker Wetterzaubcr (1931) 39 verweist dazu auf Pap. Paris. 2298. 363) Vernaleken Alpensagen 414 Nr. 123: über den Sp. müssen da die Zauberworte Azod, Ariel, Mirei gesprochen werden; vgl. Mannhardt Götter 201. 364) ZdVfV. 15, 79!; Sebillot Folk-Lore i, 108; Haberland 334. 365) Vgl. das »in authorem« auf einem Basiliskenbild: Aldrovandi 374. 366) Gesta Romanorum c. 139; vgl. Hertz Abhandlungen 187; Literarische Belege s. ZfVk. 28, 45. 367) Bartsch Chrestomatie provencalc 178. 368) Panzer Beitrag i, 2331. 360 (Spiegelbrunnen in München); 2, 77! (Braukeller bei Stuttgart); Birlinger Atis Schwaben i, io6f.; Kühnau Sagen 2, 382f.; Meiche Sagen 399 Nr. 522 (Budissin); Müllen-hoff Sagen 237 Nr. 325 (Bielenberger Marsch); Seligmann Blick i, 146 (Warschau); Sebillot Folk-Lore 2, 309f. und RTrp. 23, 306 (Frankreich). Auch die Vernichtung des Lindwurms im Ammerthal bei Wurmlingen und seines Gegenstücks im Schwärzloch (Meier Schwaben i, 211) gehört hierher. 389) Pfister Schwab. Volksbräuche 49. 37°) ZdVfV. n, 317. 371) Kühnau Sagen 2, 384f. 372) Ebd. 383f. 373) Alpenburg Tirol 387. 374) Graber Kärnten 164. 375) Strackerjan 2,233 Nr. 492. 376) ZdVfV. 15. 79- 377) Haberland 333 (Deutschland). 378) Pollinger Landshut 115; Schönwerth Oberpfalz 1,211. 379) Kühn Westfalen 2,64 Nr. 197 (NeuVorpommern). 38°) Meyer Baden 560. Mehr in den Bildzauber reicht ein aztekischer Brauch: man legt ein Messer in einen Wasserkessel beim Hauseingang, dann fliehen Hexen und Zauberer, wenn sie ihr Sp.bild durchbohrt sehen: Frazer 3,93. 381) Grimm Myth. i, 394. 382) Lechrain 40. 383) Seligmann Blick i, 181. 384) Höhn Volksheilkunde i, 130. 385) Franz Benediktionen i, 468ff.; 2,492. 386) Engelien u. Lahn 266. 387) Seligmann Blick i, 276. 388) Haberland 343. 389) Strackerjan 2, 233. 39°) Haberland 343. 391) Sebillot Folk-Lore 4, 396. 392) John Erzgebirge 28. 393) Dähnhardt Volkstümliches 2,87 Nr. 351; ZdVfV. 20,384 (Schleswig-Holstein); Alemannia 33, 300; Schramek Böh-merwald 255; Siebenbürger Heimatblätter i, 93. 394) Grohmann 225 Nr. 5186; Wuttke 212 § 296; Meringer 23. 395) John Westböhmen 250; Drechsler Schlesien 2, 237. 396) Meyer Baden 579; ZdfVfV. 22, 162 (Romanen im Har-bachtal, Siebenbürgen); 3032, 151 (Natho, Anhalt); ZfrheinVk. 1908, 120 (Mosel, Eifel), 246 (Orscheid, Preußen); Strackerjan 1,38; John Erzgebirge 113; SAfVk. 8, 273; Unoth i, 180 Nr. 8 (Schaff hausen); Haberland 343 (England). 397) Wuttke 213 § 297; Seligmann Blick i, 182. 398) ZdVfV. n, 184. 3«) Vgl. die Parallele von Bild und Sp.bild bei Apuleius Apologie c. 14, 15. 40°) Völkerkundliche Nachweise u. a. bei Wundt Mythus u. Religion i, 82. 2551; Hovorka-Kronfeld i, 178; v. Negelein 29. 401) Meringer 23. Die Umschau 14 (1910). 417; Frazer 3, 93!
02) Meringer 20; v. Negelein 23. 403) Hüser Beiträge 2, 26. 404) Strackerjan 2, 233 Nr. 492. 405) Unoth i, 181 Nr. 28. 406) Wolf Beiträge i, 221. 407) Seligmann Blick i, 182; ZdVfV. 18, 363!; Sartori Sitte 2, 143. 408) Bartsch Mecklenburg 2, 140. 409) Ebd. 139!; Meyer Baden 410; Schmitt Hettingen 15; Man z Sargans 145; ZfrheinVk. 1905, 294 (Nahetal); Andree Braunschweig 401. 41°) Bohnen-berger Nr. i, 2i; Pf ister Schwaben 50; Meyer Baden 413; Bartsch Mecklenburg 2,160; Wuttke 433 § 679; Strackerjan i, 124; John Erzgebirge 234. 411) Wuttke431 §676. 412) John Erzgebirge 33. 413) Wuttke 484 § 773; Drechsler Schlesien i, 323; vgl. Haberland 338f. (Württemberg). 414) ZdVfV. 5,270. 415) Crawley ERE 8, 6963. 416) ZdVfV. 8, 159. 417) SAVk. 2, 269: 418) Frazer 3, 93. 419) Vgl. Grimm Myth. 2, 9i3f. 42°) Panzer Beitrag 2, 324f. 421) Eisler Weltenmantel 2, 803. 422) Euseb. Praep. evang. 2, 3; dem. Alex. u.a. 423) Jeremias Religgesch. 199.
Bieler.
[Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, hrsg. von Hanns Bächthold-Stäubli, Bd. 9 (1941), 547-577]
| Ebene höher | Letzte Datei |