Wenn

wir das Labyrinth als ein Weltmodell akzeptieren, dann legen sich einige Fragen besonders nahe:


Versuchen wir doch, anders anzusetzen ... was heißt da Labyrinth? Nix, da, alles sleber schuld ... Wir gehen unseren Weg; im Nachhinein – immer zu spät – stellen wir fest, wie sich unser Leben zu einer Gestalt formt. Sagen wir einem Kreis, einer Schleife ... was auch immer? Und wie deuten wir das dann? Als eine Anziehungskraft (wovon angezogen?), die auf uns wirkt? Als unsere Unzuglänglichkeit – vielleicht weil wir immer auf dem linken Bein etwas hinken, habe uns dies unvermerkt in einen Kreis geführt? Müssen denn Wege immer gerade sein, müssen sie ein Ziel haben, müssen wir ihnen ein Ziel unterlegen?

»Fata viam invenient« – das Schicksal hat diesen Weg erfunden. – Wenn wir dies annehmen, brauchen wir dann noch einen Gedanken an versäumte Gelegenheiten, an Entgangenes zu verwenden? Wohl kaum, an vieles andere auch nicht. Wir könnten uns wie von unsichtbaren Wänden umgeben fühlen. Eine bequeme Lösung? Blicke vorwärts, nicht zurück, neuer Mut bringt Lebensglück? Wenn wir nur wüssten, wie es weitergeht ...
Die große binäre Sehnsucht und die Mannigfaltigkeit der Wege.

Vor dem Labyrinth – die Angst, die Lust – ein Prüfung, Mutprobe ... (Goffmann: Nicht, dass etwas passieren wird, sondern dass etwas passieren könnte, aber sicher nicht wird, erzeugt die Freude an den Jahrmarktsbelustigungen). Züge des Erhabenen finden sich an allerlei Stellen wieder – »überlebensgroß«.




Ebene höher Letzte Datei