Wenn
wir das Labyrinth als ein Weltmodell akzeptieren, dann legen sich einige Fragen besonders nahe:
- Wo bin ich / wo sind wir?
- Wie sich orientieren?
- Hat jemand einen Plan einen Leitfaden Kriterien kann jemand Unterschiede machen?
Gibt uns nicht die artifizielle Einrichtung dieses Orts, eine solche uns unverständliche, doch unverkennbare Zweckmäßigkeit allen Grund dazu, davon auszugehen, es müsse jemand gegeben haben, der eine Plan hatte einen Plan dieser Einrichtung und einen Plan für ihre Insassen?
- Wem also gehört dieses Labyrinth?
Und wenn wir nach und nach Teile des Labyrinths entdecken, rekonstruieren wir dann diesen Plan mag sein, in einer spiegelbildlichen oder sonst regelhaft transformierten Form, aber dennoch genau diesen Plan? (Arthur C. Clarke: Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie sei von Magie nicht zu unterscheiden ... jede hinreichend komplexe Struktur ... wäre analog von einem Labyrinth nicht zu unterscheiden, es sei denn, sie sei in einer uns verständlichen Sprache ausgeschildert).
- Und was ist hier unsere Umgebung? Wir können sie ja nur als zweckhaft begreifen, und welches ist dann dieser Zweck? Das heißt auch, für wen ist denn dieses Labyrinth gemacht? Ist es so klar, dass es nicht für uns ist, ganz gleich, wie fremd wir uns fühlen? Auf wen oder was werden wir treffen?
- Wie ist die Umgebung beschaffen?
Gibt es denn ein Offenes, etwas, was dem Labyrinth entgegengesetzt wäre? Ist es begrenzt? Hat es ein Zentrum (und entsprechend auch Ränder)? Und wenn es etwas außerhalb des Labyrinths gibt, wie wissen wir davon? Wie könnte uns dieses Wissen (welcher Art es auch sei) als Hilfe und Führung dienen?
- Was für Handlungsaufforderungen enthält sie?
Kann man hier bleiben darin Wohnung nehmen oder muss man das Labyrinth durchqueren (so wie das Phantasma der Lacan'schen Psychoanalyse), es quasi ungültig machen? Das würde das Labyrinth der Wüste ähnlich machen?
Versuchen wir doch, anders anzusetzen ... was heißt da Labyrinth? Nix, da, alles sleber schuld ... Wir gehen unseren Weg; im Nachhinein immer zu spät stellen wir fest, wie sich unser Leben zu einer Gestalt formt. Sagen wir einem Kreis, einer Schleife ... was auch immer? Und wie deuten wir das dann? Als eine Anziehungskraft (wovon angezogen?), die auf uns wirkt? Als unsere Unzuglänglichkeit vielleicht weil wir immer auf dem linken Bein etwas hinken, habe uns dies unvermerkt in einen Kreis geführt? Müssen denn Wege immer gerade sein, müssen sie ein Ziel haben, müssen wir ihnen ein Ziel unterlegen?
»Fata viam invenient« das Schicksal hat diesen Weg erfunden. Wenn wir dies annehmen, brauchen wir dann noch einen Gedanken an versäumte Gelegenheiten, an Entgangenes zu verwenden? Wohl kaum, an vieles andere auch nicht. Wir könnten uns wie von unsichtbaren Wänden umgeben fühlen. Eine bequeme Lösung? Blicke vorwärts, nicht zurück, neuer Mut bringt Lebensglück? Wenn wir nur wüssten, wie es weitergeht ...
Die große binäre Sehnsucht und die Mannigfaltigkeit der Wege.
Vor dem Labyrinth die Angst, die Lust ein Prüfung, Mutprobe ... (Goffmann: Nicht, dass etwas passieren wird, sondern dass etwas passieren könnte, aber sicher nicht wird, erzeugt die Freude an den Jahrmarktsbelustigungen). Züge des Erhabenen finden sich an allerlei Stellen wieder »überlebensgroß«.