Stuttgart: dva, 1973
Vom Tod ist sehr viel in diesem Buch die Rede, vom Teufel sehr wenig, die Bösen sind wir. Es fällt auch sonst in vielerlei Hinsicht aus dem hier beabsichtigten Sample heraus: Es enthält eine überraschend orthodoxe (nun gut, Holl war damals noch Priester) Theologie des "Ja, aber", ausgehend von der Frage, was man denn in heutiger Zeit noch glauben müsse und könne.
In der Situation der Säkularisierung und des Interesseverlusts an kirchlichen religiösen Angeboten gibt es - von alters her - unbeantwortete Fragen, denen gegenüber es auf Glaube und Entscheidung ankommt. Da ist etwas und geht nicht weg, und gleich ob Theologe oder Laie, man hat sich dazu zu verhalten. Wichtiger als die Verteidigung der Antworten (wiewohl es mit ihnen nicht nichts auf sich hat) erscheint Holl die Bewahrung der Fragen, und das heißt auch ein respektvoller Umgang mit den Lebenssituationen und Gefühlen der Menschen, denen sie sich stellen.
Er hatte auch damals schon einen scharfen Blick für die Vielfalt gegenwärtiger Frömmigkeiten und religiöser Sehnsüchte; ungewöhnlich aus einer Position wie seiner, dass er sich den Reflex verkneift, sie "zurückbringen", "eingliedern", "in Dienst stellen" zu wollen, vielmehr ist er bereit, sich von ihnen belehren zu lassen.
Das Buch hat seinerzeiten eine verdient hohe Auflage gehabt, entsprechend findet man es heute gewissermaßen an jeder Straßenecke.
Insbesondere, wenn man etwas ermüdet ist und sich fragt, was denn der ganze Streit soll und worum es eigentlich geht, dann hat es etwas ausgesprochen Tröstliches.
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