Das Zusammenleben in modernen Gesellschaften gelingt gelinde gesagt etwas weniger als optimal - und es hat seine Ineffizienzen und Kosten der unterschiedlichsten Art. Sie werden je nach den Bereichen, in denen sie auftreten, unter verschiedenen Namen wahrgenommen und zur Sprache gebracht; ein wesentlicher Teil davon kann als Modernisierungs- und Anpassungsproblem beschrieben werden. Probleme rufen Bearbeitungsversuche hervor - der unterschiedlichsten Art und Weise: Gärungen.
Gemein ist diesen Problembearbeitungsversuchen die auf den ersten Blick sehr plausible Auffassung, es müsse doch auch anders gehen, man müsse nur etwas dran machen: Lebensreform. Bei näherer Beschäftigung lässt dann der Optimismus stark nach - manches geht grundsätzlich nicht anders, manches scheitert an praktischen Hindernissen, und manches hat ganz überraschend unerfreuliche Konsequenzen, die einen doch eher wieder Abstand nehmen lassen - oder die neue Problembearbeitungsansätze hervorbringen. Und manches erweist sich auch als wirkliche Verbesserung, geeignet, bisherige Umgangsweisen zu ergänzen oder zu ersetzen: Kultureller Wandel.
Kultureller Wandel stößt auf Abwehr - sei es motiviert durch ein generalisiertes Misstrauen, dem sich sowieso alles viel zu schnell verändert (und wie gut kann man das verstehen!), sei es auf Grund eines spezifischen Interesses. Bestimmte Bereiche, bestimmte Fragestellungen sind einfach schon besetzt. An den für sie vorliegenden Antworten hängen erhebliche Emotionen, hängen Machtansprüche, hängt schließlich oft auch ein nicht zu unterschätzendes materielles, auf Gewinnerzielung gerichtetes Interesse.
Was haben die genannten Bereiche (die sich zwar überlappen, doch sind die Kompetenzgrenzen mittlerweile relativ fest abgesteckt) gemeinsam?
Es sind Bereiche,
Die diesen Merkmalen zu Grunde liegenden Regelungen haben problematische Aspekte - manchmal in solchem Ausmaß, dass sie durch ein Nutzen / Schaden-Kalkül keineswegs mehr zu rechtfertigen sind. Man wird vor allem da hellhörig werden müssen, wo ein Expertenstatus autoritär überzogen wird (und dieser Status ist aus den verschiedensten Gründen ausgesprochen heikel) und wo sich in den institutionellen Innovationsprozessen Mängel und Ineffizienzen zeigen. Eine allgemeine Forderung kann hier nur sein, dass Sonderstellungen (soweit sie denn begründbar und zu rechtfertigen sind) nicht zu Alleinstellungen ausgebaut werden dürfen - "es geht (meistens) auch noch anders".
Und genau darum geht der Streit. Und darum - weil es sich um Alleinstellungsansprüche und die aus ihnen resultierenden übersummativen Vorteile dreht - wird er auch so geführt, wie er geführt wird - nämlich essentiell unanständig, unter Vernachlässigung der sonst üblichen wettbewerbsrechtlichen Mindeststandards. Dass es Streit gibt, ist unvermeidlich, produktiv und gut. Es geht darum, wie er zu führen sei.
Als Forderungen an die in diesen Gewerben Tätigen und ihre publizistischen Gehilfen formuliert hieße das:
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