Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH., Marbarg (Lahn) 1953
Kaiser Wilhelm I. fragte einst Oberhofprediger D. Kögel: "Glauben Sie noch an den Teufel?" "Nein, Majestät!" lautete die Antwort, "ich glaube an Gott, den Vater, Sohn und Heiligen Geist! Aber ich rechne mit dem Teufel!"
Man wird schwerlich die letzten und entscheidenden Hintergründe unseres Lebens kürzer und zutreffender zum Ausdruck bringen können, als es hier geschah.
Wir stehen vor einer doppelten Tatsache:
Wir dürfen dem dreieinigen Gott vertrauen, der sich herrlich in seiner Schöpfung und in seinem Worte geoffenbart hat. Wir müssen aber auch rechnen mit der Macht der Finsternis, mit Satan und seinem Reich. Das ganze Heidentum seufzt unter dem Bann dieser unheimlichen Geistesmacht. Die Dichter und Denker aller Zeiten wissen darum. Erst die sogenannte Aufklärung meinte, darüber lächeln zu können. Damals konnte man sogar in einem kirchlichen Gesangbuch den Vers finden:
Gott sei Lob, Preis und Ehr!
Es gibt nun keinen Teufel mehr.
Wo ist er denn geblieben?
Die Vernunft hat ihn vertrieben! [3 | 4]
Freilich ist uns nach zwei Weltkriegen das Lächeln über die Finsternismächte vergangen. Wir haben in höllische Abgründe geschaut von Massenlüge, Massenmord, Massenfolter, Massenzerstörung.
Aus der Bibel wissen wir, daß Satan ein Geist von schier unendlicher Macht und Bosheit ist, ein von Gott abgefallener Engelfürst, der bei seinem Sturz einen großen Teil der Engelwelt mitriß. Die Erde und das Luftgebiet sind sein Bereich. Er ist die treibende Kraft hinter dem Sündenfall der Menschheit. Auf ihn ging der Turmbau zu Babel zurück. Er steht auch hinter jedem neuen "Turmbauversuch" der Weltmächte aller Jahrtausende. Er hat auch die Antichristen inspiriert, die immer wieder in der Geschichte aufgetreten sind. Er wird auch hinter dem Antichristen stehen, den die biblische Prophetie für das Ende der Zeit kommen sieht.
Satan inspirierte einen Pharao, den altägyptischen Unterdrücker Israels; einen Antiochus Epiphanes, der den Tempel Jahwes in Jerusalem durch Schweineopfer schänden ließ; den Kindermörder Herodes; den Christenverfolger Nero, der die Heiligen Gottes als lebendige Fackeln langsam zu Tode quälte; die Völkergeißeln Attila und Dschingis-Khan, die auf Erden ein millionenfaches Sterben anrichteten; die grausigen Tyrannen der Renaissance-Zeit und unserer Gegenwart.
Hinter Satan steht ein ganzes Reich der Finsternis, dem wir Menschen in eigener Kraft niemals gewachsen sind.
Aber, gottlob, Satan ist ein durch Jesus Christus besiegter Geist! Das ganze Erdenleben unseres Erlösers war ein einziger siegreicher Kampf gegen den Satan. In zahllosen Versuchungen und Anfechtungen blieb Jesus der Sieger. Christus war der [4 | 5] erste und einzige Mensch, der durch seinen Gehorsam bis zum Tode am Kreuz alle Angriffe des Teufels siegreich abschlug. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm einen Namen gegeben über alle Namen. Darum hat ihn Gott zu einem König aller Könige gemacht, der die Schlüssel der Hölle und des Todes in seinen Händen hält. Darum jubiliert auch die christliche Gemeinde mit Paulus: "Danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden" (Kol. 1, 13).
Freilich geht der Kampf noch weiter bis zur herrlichen Weltvollendung durch unseren Herrn Jesus Christus. Todwunde Bestien sind besonders gefährlich.
Bis zum Jüngsten Tage hat Satan sein Werk im Leben der Ungläubigen, d. h. der von Gott Getrennten.
Wer sich der Gewalt und Lüge, der Unreinheit und dem Laster, dem Geiz und dem Götzendienst ergibt, wer freventlich die Gebote Gottes übertritt, findet einen schweigenden Gott. Gott schweigt dem Ungehorsamen und gibt ihn den Mächten der Finsternis preis.
In ihrer Angst und Not ergeben sich dann die Menschen weithin dem Aberglauben und der Magie, da sie in ihrer inneren und äußeren Ausweglosigkeit keinen Rat mehr wissen. Der Aberglaube ist geradezu Sehnsucht nach Gott, aber mit schlechtem Gewissen. Er ist Sehnsucht nach Erlösung, aber doch Flucht vor Gott. In der Magie haben wir dagegen den trotzigen Versuch des Menschen, die ewigen Mächte zu [5 | 6] zwingen, die eigenen selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen.
Wir verweilen einige Augenblicke bei dem Aberglauben. Hierher gehört das sogenannte "Tagewählen". Da gelten gewisse Tage als glückhaft, andere wiederum als höchst gefährlich. Bei den alten Römern spielten die "Iden des März" eine unheimliche Rolle, zumal der erste römische Kaiser, Julius Cäsar, an einem solchen Märztage ermordet wurde. Es ist bekannt, daß Adolf Hitler in der ersten Märzhälfte Jahr um Jahr große Entscheidungen traf: Reichstagswahl 1933, Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, Wiederbesetzung des linken Rheinufers, Eroberung Österreichs, Vergewaltigung der Tschecho-Slowakei!
Der Abergläubische weicht gerne der Zahl 13 aus, weshalb auch in manchen Hotels Zimmer 13 vorsichtig mit 12a umschrieben wird.
Auch das Rechnen mit Glücks- und Unglückszeichen ist heidnischer Aberglaube. Die römischen Haruspices (Wahrsager und Priester) forschten im Altertum aus den Eingeweiden der Opfertiere nach günstigen oder ungünstigen Aussichten für staatliche Unternehmungen. Zu allen Zeiten hat man auf Vogelgeschrei geachtet, wobei der Rabe und das Käuzlein eine Rolle spielen. Daß einem Katzen oder Schweine über den Weg laufen, daß einem ein Totenwagen begegnet, soll zu bestimmten Tageszeiten etwas Unangenehmes bedeuten. Das vierblättrige Kleeblatt gilt ganz allgemein als Glückszeichen und spielt daher in der Toto-Reklame eine Rolle. Bekannt sind solche Sprüchlein wie: "Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen." "Schäflein zur Linken tat Freude uns winken."
Für abergläubische Gemüter ist auch der Unfug der Kettenbriefe gemünzt. Da bringt der Postbote einen anonymen Brief, der etwa folgenden Inhalt hat: "Der [6 | 7] Empfänger dieses Briefes muß das Gebet: 'Herr Jesus, erlöse uns von allem Übel, auf daß es uns wohlgehe' neun Tage lang täglich neunmal abschreiben und an Bekannte weiterschicken, weil sonst ein Unglück passiert." Wenn nur etliche Menschen auf diesen Schwindel hereinfallen, werden in kurzer Zeit Briefe in geradezu astronomischer Zahl in Umlauf gesetzt. Die Folgen kann man sich ausmalen.
In alledem ist der Mensch mehr passiv und durch seinen Aberglauben vom Zufall und blinden Schicksal abhängig. Auf jeden Fall steht er nicht in der guten Hand Gottes, sondern unter einem bannenden Druck.
Wir wenden uns jetzt der Magie zu. Hier geschieht Zauberei im eigentlichen Sinne. Nun wird der Unglaube aktiv. Man will sich die satanischen Kräfte dienstbar machen. Das geschieht auf eine doppelte Weise:
Man nimmt des Teufels Wissen in Anspruch. Wir betreten hier das Gebiet der Mantik, d. h. der Wahrsagerei. Hierher gehört das Kartenlegen, das Deuten der Handlinien, das Hellsehen*), das Benutzen des siderischen Pendels, das Stellen des Horoskopes (= Sternglaube, Schicksalsglaube), das Totenbefragen im Spiritismus. Man macht also Einbruchsversuche in die uns durch Gottes Weisheit und Güte verschlossene Zukunft, um dem "Schicksal" ein Schnippchen zu schlagen. Eine verhängnisvolle und verführerische Rolle spielt bei solchen Manipulationen das sogenannte "6. und 7. Buch Moses", das von
*) Bei manchen Menschen gibt es eine natürliche, angeborene Gabe des Hellsehens, die an sich weder gut noch böse ist. Böse wird sie erst, wenn sie in den Dienst der Neugier und Gewinnsucht tritt, also ichhafte, abgöttische Gelüste befriedigt. Erst recht bedenklich wird das Hellsehen, wenn es offenbar auf spiritistisch-dämonische Beeinflussung zurückzuführen ist (vgl. Apg. 16, 16) [7 | 8]
gewissen okkulten Verlagen immer wieder unter das Volk gebracht wird. So war kürzlich folgendes Inserat in einer Zeitschrift zu lesen:
"Neu erschienen!
Das 6. und 7. Buch Moses mit uralten Rezepten gegen allerlei Gebrechen bei Mensch und Tier. Erstmalig erschienen in Philadelphia (USA) nach dem im Jahre 1522 aufgefundenen Urtext in deutscher Übersetzung! Moses' magische Geisterkunst,
das Geheimnis der Geheimnisse. Beide Bücher werden in einem Band, versiegelt, geliefert. Gegen Nachnahme oder Voreinsendung von DM 10,50 nur durch Buchversand ..."
Diese Anzeige spricht für sich! Im übrigen geschieht ja bei den genannten mantischen Versuchen viel Schwindel und gelderpresserischer Gimpelfang. Manches geht auch auf rätselhafte Wirkungen des Unterbewußtseins zurück. Doch verbleibt ein Rest tatsächlicher und ernst zu nehmender satanischer Kraftwirkungen, die von furchtbaren Folgen sein können.
Wie warnt doch die Heilige Schrift vor solchen "Zaubereisünden": 5. Mose 18, 9-12 u.a.!! Die alten Kanaaniter wurden um solcher Sünden und Greuel willen ausgerottet. Wer mit satanischen Dingen spielt, wird diesen finsteren Mächten zum Opfer fallen. Daß man in der Seelsorge nicht selten Zusammenhänge zwischen Besessenheit, Irrsinn, Selbstmord einerseits und Okkultismus andererseits vorfindet, spricht für sich.
Man nimmt auch vielfach Satans Macht und Schutz in Anspruch.
Man sucht Deckung gegen drohende Gefahren und Unglücksfälle durch Talismane: Amulette, Mas- [8 | 9] kottchen, Hufeisen und andere angeblich heilbringende Gegenstände. Kein Wunder, daß der moderne, ungläubig-abergläubische Mensch gerade in Panzerwagen, Autos und Flugzeugen seine Maskottchen und Glückszeichen anbringt, weil er von der Deckung durch Gottes Barmherzigkeit nichts weiß. Amulette aber hängt man sich um den Hals. Sie sollen den Träger "kugelfest" machen und spielen deshalb in den Kriegen unserer Tage keine geringere Rolle als einst im Dreißigjährigen Kriege. Zuweilen enthalten sie in einer Kapsel einen Zettel mit schrecklichen Worten, wie: "Satan, ich gebiete dir, diese Seele zu verschonen, bis du sie in den Abgrund holst!" Oder: "Im Namen Gottes verschreibe ich mich dem T...". Hier ist die Gotteslästerung offensichtlich. Freilich wissen die wenigsten Träger von Amuletten etwas davon. Sie haben gewöhnlich gegen gutes Geld solch ein Umhängsel von irgendeinem mit Zauberei umgehenden Menschen gekauft, der ihnen streng verboten hat, je die Kapsel zu öffnen und nach dem Inhalt zu sehen.
Dringend sei auch gewarnt vor der lästerlichen Teufelsanrufung: "Teu .. Teu .. unberufen!"
Zur Zauberei gehört auch das Besprechen von Krankheiten bei Menschen und Vieh. Weil bei solchem Unterfangen die drei höchsten Namen angerufen werden, so gilt in vielen Gegenden Deutschlands solches Treiben gar noch als "fromm". Die geistliche Unwissenheit, besonders auf dem Lande, ist vielfach noch so groß, daß man von einem Pfarrer, der gegen solches Treiben angeht, sagen kann: "Unser Pfarrer glaubt nichts mehr!"
Das Besprechen ist keine harmlose Sache, sondern zieht das Gericht Gottes nach sich: innere Ruhelosigkeit, sinnlose Eingebungen, Streitsucht, Besessenheit ... offenbaren, daß man in den Bann Satans geraten ist. [9 | 10]
Wie sehr das ganze Gebiet der Mantik und Zauberei innerlich zusammenhängt, ja Verbindungsfäden aufweist bis hin zu modernen mystisch-gnostischen Weltanschauungssystemen, mag folgendes Beispiel erhellen, das die letzten 45 Jahre umfaßt:
Ein vor Jahren heimgegangener Pfarrer wurde vor dem ersten Weltkriege an das Sterbelager eines Magnetopathen gerufen. Am Fuße des Bettes stand X., der Schüler und Adept (Eingeweihter) des Sterbenden. Kaum hatte der Geistliche das Sterbezimmer betreten, als er sich von unsichtbaren Fäusten in unheimlicher Weise geschlagen fühlte, so daß er fluchtartig den Raum verließ. Dabei starrten ihn die Augen des Sterbenden in höllischer Glut an. Jener Geistliche hat mir dieses Erlebnis selbst erzählt, als wir einander 1923 im Schwarzwald begegneten. Er war fest davon überzeugt, daß jener Magnetopath seinen Beruf nicht nur mit natürlichen, sondern auch mit magischen Kräften ausgeübt hatte und deshalb in seiner Todesstunde nicht die Nähe der himmlischen, sondern der finsteren Mächte erfuhr. Diese Geschichte geht aber noch weiter: X. traf kurz nach dem Tode seines Meisters mit Rudolf Steiner zusammen. Im Umgang mit ihm entwickelte er seine eigene "moderne Geisteswissenschaft", die in einer 1928 von einer deutschen philosophischen Fakultät beurteilten Doktordissertation behandelt wurde. X. trainierte mit Hilfe seiner "modernen Geisteswissenschaft" einen Gymnasiasten mit solchem Erfolg, daß dieser ein berühmter Fliegeroffizier wurde. Nach dem tödlichen Absturz des Fliegers wurde in der elterlichen Villa wiederholt der spiritistische Versuch durch X. unternommen, den Geist des jungen Helden zu zitieren. X. hat sich dann noch jahrelang in esoterischen**) Zirkeln mit Kran-
**) esoterisch=gehelmwissenschaftlich, geheimkultisch, unter Ausschluß der Öffentlichkeit. [10 | 11]
kenheilung und Verbreitung seiner "modernen Geisteswissenschaft" befaßt. Es bildete sich um ihn der Nimbus eines Menschen, der mit weißer und schwarzer Magie umgehe ...
Jedenfalls haben wir hier ein merkwürdiges Beispiel aus moderner Zeit, das uns einen Wink dafür geben kann, wie eng Magnetopathie, Spiritismus, "Moderne Geisteswissenschaft" (= gnostische Mystik), Anthroposophie und Magie miteinander verbunden sein können. Dabei läßt uns das unheimliche Sterben jenes Magnetopathen doch einigermaßen ahnen, welche Mächte dahinterstehen. Ja, es sind Mächte, die ebensosehr den primitivsten Aberglauben inspirieren, als auch dem Evangelium feindliche Weltanschauungen in den Köpfen Hochgebildeter aufblitzen lassen.
Doch jetzt ist genug davon gesprochen worden, was der Teufel kann. Uns interessiert viel mehr, was Christus kann.
Es ist das einmütige Zeugnis des ganzen Neuen Testamentes:
Du kannst durch Christus frei werden vom Bann der Finsternis!
Jesus Christus hat den Satan besiegt. Als er am Kreuze sterbend rief: "Es ist vollbracht!", da war die Entscheidung gefallen. Wenn deine Sünde blutrot ist auch durch Aberglauben, Mantik und Magie so kann sie doch schneeweiß werden. "Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde." Unser Glaube an den für uns gekreuzigten und auferstandenen Heiland ist der Sieg über Sünde, Tod und Teufel! Stehst du noch irgendwie unter dem Bann der Finsternis, so verkündige ich dir ein Dreifaches als Hilfe: [11 | 10]
Entsage bewußt dem Teufel!
Sprich dich einmal ehrlich aus bei einem Seelsorger und bringe alles ans Licht, was an dunklen Punkten auch an Zaubereisünden in deinem Leben vorliegt. Sprich das Gebet der Absage: "Ich entsage dem Teufel und allen seinen Werken und gelobe mich dir, Herr Jesus Christus, an als meinem Herrn." Dabei nimm für dich ganz persönlich in Anspruch, was die Heilige Schrift Jesaja 53 Vers 5 sagt: "Aber er ist um meiner Sünde willen verwundet und um meiner Missetat willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß ich Frieden hätte, und durch seine Wunden bin ich geheilt." Die ganze frohe Botschaft des Evangeliums gilt auch dir: "Wer Jesum am Kreuze im Glauben erblickt, wird heil zu derselbigen Stund."
Vielleicht mag unter Handauflegung des Seelsorgers und unter der brüderlichen Fürbitte die Versöhnung im Herzen noch tiefer bekräftigt werden. Und zum Zeichen, daß du radikal mit der finsteren Vergangenheit gebrochen hast, verbrenne auch etwaige Zaubermittel und Bücher, die dir zur Sünde geholfen hatten!
Vertraue dem Herrn Jesus Christus nunmehr in guten und bösen Tagen!
Der gläubige Mensch flieht in der Anfechtung zu Gott hin. Der Ungläubige und Schwärmer flieht in seiner Not von Gott weg und geht seine eigenen Wege. Du aber gehorche hinfort im Glauben dem Worte Gottes, das sich an deinem Gewissen mit Macht bezeugt! Traue der Führung des Heiligen Geistes, so werden sich auch an dir die herrlichen Verheißungen der Bibel erfüllen: [12 | 13]
"Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Er wirds wohl machen." "Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer."
"Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."
Beharre bei Jesus in der Anfechtung!
In Angst und Krankheit wende dich gläubig und betend an deinen göttlichen Erlöser! Laß dich aber nie wieder auf Dinge des Aberglaubens und der Zauberei ein! Bete: "Dennoch bleibe ich stets bei dir."
Hüte dich aber vor dem Anrufen des "Weltgeistes"! Mangelt dir Gesundheit, Kraft, Liebe, Geduld und innere Ausgeglichenheit, so rufe an den Namen deines Herrn und Heilandes Jesus Christus; denn "er ist unendlich gnädig gegen alle, die ihn anrufen" (Rom. 10, 12). Allerdings heißt es an dieser Bibelstelle weiter: "Wie können sie ihn aber anrufen, ohne an ihn zu glauben? Und wie können sie glauben, ohne von ihm gehört zu haben? Und wie können sie von ihm hören ohne Prediger?"
Wir warnen also dringend vor einer Anwendung der aus dem Osten stammenden Yoga-Übungen, denen eine pantheistische Lebensphilosophie zu Grunde liegt, die mit der biblischen Offenbarung in krassem Widerspruch steht.
In jahrzehntelanger seelsorgerlicher Arbeit sind mir viele Menschen begegnet, die durch Christus aus dem Bannkreis der dämonischen Mächte befreit wurden: Fabrikanten und Arbeiter, Landleute und Städter, Männer und Frauen, Gebildete und Ungebildete.
Auch für dich ist volle Rettung möglich. Freilich läßt Gott es nur dem Aufrichtigen gelingen. Ein er- [13 | 14] schütterndes Beispiel steht mir vor Augen, wie Halbheit und Unentschlossenheit nicht zum Ziel führen:
N.N. hatte sich durch betrügerische Zeugnisse ein verantwortungsvolles Amt erschlichen und dort bereits in wenigen Jahren M 10 000,- veruntreut. Dadurch geriet er in sehr große Ängste und fragte eine Hellseherin um Rat. Diese gab ihm die Auskunft: "Wenn Sie vierzig Jahre alt sind, sind Sie aus allen Schulden heraus!" Weil ihm die Sache jedoch nicht geheuer erschien, suchte er auf einer seelsorgerlichen Tagung Rat und Hilfe. Der Seelsorger wies ihn hin auf Christus, der auch von den schwersten Sünden freimachen könne. Doch solle er sich von dem Einfluß der Wahrsagerin völlig lösen und nach Kräften an die Rückzahlung der veruntreuten Gelder herangehen. Auch wurde ihm anheimgegeben, mit seinem Vorgesetzten offen über die Art und Weise zu sprechen, wie er in sein Amt gekommen sei. Mit großer Liebe und heiligem Ernst wurde ihm bedeutet, daß Christus es den Aufrichtigen gelingen lasse. Ein Jahr verging. Wieder war Herr N. N. auf einer erwecklichen Tagung erschienen. Der gleiche Seelsorger fragte ihn: "Haben Sie schon einige Schulden im verflossenen Jahre abgezahlt?" Die verblüffende Antwort lautete: "Das war doch nicht nötig, weil mir die Wahrsagerin gesagt hatte, daß ich mit vierzig Jahren aus allen Schulden heraus sein werde." Noch einmal hielt ihm der Seelsorger den ganzen Ernst der Lage vor Augen und forderte ihn wiederum zu einer gründlichen Bekehrung auf. Es war vergeblich. Wenige Tage später brach der zweite Weltkrieg aus. Nach einigen Jahren hörte der Seelsorger, daß N. N. in Rußland im Alter von vierzig Jahren gefallen sei.
Wie furchtbar ist es doch, im Bann der Finsternis in die Ewigkeit gehen zu müssen! [14 | 15]
Bist du frei vom Bann der Finsternis? Lebst du im Licht Gottes? Wenn ja, dann gilt dir das wunderbare Gottes wort:
"Ich bin gewiss, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn."