Ist ein abgefallener Engel, wird so genennt im Gegensaz gegen das sanfte Lämmlein. Er hat in seiner nach dem Fall übrigen Substanz 7 Häupter, und 10 Hörner (vermutlich auf dem 7ten Haupt.) Das Lämlein hat nur ein Haupt, aber 7 Augen und 7 Hörner. Der Drache wird beschrieben, wie er seine Gestalt in der sichtbaren Welt gleichsam an seinem Leib der bösen Menschen sichtbarlich dazustellen suchet an dem Thier mit 7 Häuptern und 10 Hörnern, doch mit dem Unterschied, daß der Drache auf seinen Köpfen, als ein grosser Welt-Regent, 7 Königs-Binden, das Thier hingegen, als ein Stadthalter des Drachen, nicht auf seinen Köpfen, sondern auf seinen Hörnern statt der 7 Königs-Binden träget.
Der Drache hatte seine Stätte noch im Himmel, ungeachtet er durch Christi Tod, seine gröste Gewalt verlohren, und als ausgestossen geachtet wird.
Vom Himmel hat er mit seinem Schwanz den dritten Theil der Sterne hingeschleppet, und auf die Erde geworfen.
Im Himmel hat sich der Drach hingestellt vor die Gebährerin des männlichen Sohns, um das Kind zu fressen. Und als das Kind zu GOtt und seinem Sohn entrückt war, das Weib aber in die Wüste auf die Erde geflohen, ließ der Drache nicht nach wider die Heiligen im Himmel zu processiren, und sie Tag und Nacht zu verklagen, bis Michael ohne Zweifel wegen des Bluts des Lämmleins, auf welches die Heiligen provocirt, und wegen der Zeit der Ausführung der siebenden Posaunen Befehl bekommen, den Drachen aus dem Himmel gar auszustossen, welches auch in einem wirklichen Treffen des Heers Michaels mit dem Heer des Drachen geschehen, worüber grosse Freude im Himmel und Mittleiden mit denen auf Erden entstanden. Hernach als der Drache sich auf die Erde geworfen sahe, hat er seine alte Feindschaft wider das Weib in der Wüsten fortgesezet.
Hier wollen wir merken, daß die böse Thaten des Satans nach der heiligen Offenbarung immer steigen. Noch ehe der Drache die Kirche in ihrer Schwangerschaft verfolget, wird seiner bösen Stücke überhaupt gedacht, daß er nemlich droben im Himmel mit seinem Schwanz den dritten Teil der Sterne oder Lehrer ergriffen, und auf die Erde geworfen, und daß er hierunten den ganzen Erdkreiß absonderlich die Mächtige und Grosse verführet habe, noch ehe er auf die Erde hinab geworfen worden, hernach insbesondere, da er das Weib verfolget, so trat er 1) vor das Weib hin, 2) verfolget sie, schießt einen Strohm auf sie, 4) hält einen Streit mit den Uebrigen ihres Saamens, 5) sezet das Thier zu seinem Stadthalter auf der Erden. Seine Strafen gehen nach und nach. Er heißet der grosse Drache, die uralte Schlange, damit wird gezielet auf das Gericht des Verführens im Paradiß, daß er, nemlich als eine Schlange und Drache, verflucht, und seine Speise Erden seyn solle. Durch Christi Tod ist er seiner grösten Macht beraubt und ausgezogen worden.
Um die 1000 Jahr hernach ist er wegen seines Verklagens und Procesirens wider die Heiligen und wegen seiner Wuth wider das Weib und ihren Sohn geschlagen, und auf die Erde gestürzet worden.
Hernach weil er seine Boßheit noch höher treibt, und aus dem Meer und Abgrund das Thier hervor gebracht, wird er weiter hinab in den Abgrund gestürzet, und 1000 Jahr gebunden werden.
Endlich wenn er wieder loß ist, und den Gog und Magog wieder die heilige Stadt verführet, wird er in dem Feuer-See noch härter gestraft werden. Auf diese nach und nach abnehmende fürchterliche Benennungen vor seinem Sturz war er noch mächtig. Er heisset ein grosser rother Drache mit 7 Königs-Binden auf seinen Häuptern Kap. 12,3. ferner der grosse Drache vers 9. nach der Hand aber heißt er nur die Schlange vers 15. und Kap. 20,2. nicht mehr der grosse Drach, sondern nur der Drache, der mit einer Kette gebunden ist, und vers 7. nicht mehr der Drache, sondern Satanas, und vers 10. der Teufel Offenb. 12,7. Kap. 20,1.2.19.