Heißt eigentlich Verfassung, Einrichtung, Ordnung: daher stehet Jer. 33,20. von einem Bund mit Tag und Nacht vergl. Kap. 31,36. Weil nun Gott zu aller Zeit unter Adam, Noa, Abraham und Mose u.s.f. eine Ordnung des Heils oder Religion aufgestellt, so nennet GOtt diese Ordnung einen Bund, welches so viel ist als Religion Pf. 50, 5.16. gleichwol heißt das Wort Bund in genauerem Verstand auch einen geschlossenen Vergleich, woraus gegenseitige Rechten und Pflichten erfolgen. Und diese haben die Theologi einen Werkbund genennt, den GOtt mit Adam solle gemacht haben, wiewol wir es in heiliger Schrift nicht finden. Diesem haben sie entgegen gesezt den Bund der Gnade. Es ist aber eigentlich nur ein einziger ewiger Bund Ebr. 13,20. Man muß sich aber doch einen Bund der Werke vorstellen Kraft der ganzen Analogie der Schrift und ihrer Folgen. Christus aber ist ausdrüklich zum Bund unter das Volk gestellt. Der ganze Bund des Volks ist zuerst mit Christo gemacht Jes. 42,6. und zugleich mit den Auserwählten. Gal. 3,9-29. Röm. 11,27. Ebr. 8,8. Daß aber Christus und die Auserwählten in einem Bund begriffen werden, ist daraus offenbar, weil, wie Adam stund als persona publica für die viele, so auch Christus Röm. 5,14.15. JEsus und sein Saame geniesen der Rechtfertigung des Lebens aus dem einigen Bund der Gnade Kol. 2,13. Diesen Bund der Gnaden müssen wir betrachten in seiner zerschiedenen Offenbarung, biß das höchte Manifest, die heilige Offenbarung, den Bund in eine völlige Reichs-Verfassung verwandelt. Zuerst geschahe die Privat Manifestation 1 Mos. 3,15. dem Adam und seinen Familien, hernach dem Abraham. 1 Mos. 12.15. Als die Kirche aus Familien zu einer grossen Versammlung worden unter Mose: so war auch die Manifestation viel offentlicher und allgemeiner. Da war der Sinaitische Bund ein Stück von dem ganzen Bund, ja er war des Gnaden-Bundes gesezlicher Beding und heißt der alte Bund. Hingegen heißt der neue Bund diejenige Vorordnung der Verheissungen, welche JEsus nach erfülltem gesezlichen Beding frey ausgetheilt den Glaubigen. Sie dörfen eigentlich das Beding nicht erfüllen, sondern nur durch Vereinigung im Glauben eins mit ihm werden, so haben sie alles. Alles zusammen ist nur ein einiger Bund der Gnaden, oder ein einiges Geheimniß der Gottseeligkeit. Wenn man bei dem Wort Bund bleibt, so sind viel Artikul, davon einige Christum, einige das Volk, einige beide angehen.
Wenn sich aber das Wort Bund verliert in dem aufgedeckten Geheimniß der Gottseeligkeit, so hat man die Bundes und Gesezes-Unterscheidung nicht sehr nöthig. Will man nur die ganze Ordnung des Bundes in verschiedene Artikul eintheilen, so kan jeder Artikul als ein besonderer Bund angemerkt werden, und so ist der Bund am Berg Sinai mit dem Israelitischen Volk ein unterschiedener Bund von dem ewigen Gnaden-Bund mit Christo und seinem Saamen in ihm gemacht. So ist er auch unterschieden von der Verfassung bei den Patriarchen und von dem neuen Testament. Paulus gehet unvermerkt von dem Bund zu einer testamentlichen Verfassung über Gal. 3,15-17 eben als ob Christus, da er das Beding geleistet, den Bund der Gnaden gänzlich verwandelt hätte in ein Testament, auf daß dessen Güter durch Christi Tod uns nun zum Vermächtnisse seyen, die ohne Beding gegeben werden. Inzwischen repräsentirte der Sinaitische Bund, den Gnaden-Bund. Er war dessen gesezliches Beding, welches Christus erfüllen solte. Er war für Christum ein Bund der Werke, für Israel ein Bund der Gnade unter einer knechtischen Bedingungs-Verwaltung repräsentirt. Paulus mußte je und je an die Römer und Galater sich darauf beziehen, aber in der Epistel an die Kolosser und Epheser redet er viel einfältiger nicht ohne Bezug auf das Gesez, aber doch eilte er weg von diesen Beziehungen um die Sache in Christo ausser dem Gesez darzustellen. Wan man nun aus jedem Gedanken will ein System machen, so irrt man weit, noch mehr, wenn man die ganze Theologie methodo foederali vorstellt. Man will es allzu deutlich machen, aber so macht man es gezwungen. Die heilige Schrift hat die Art, der Schwachheit des Begrifs mit vielerlei zusammengesezten Sinnbildern aufzuhelfen, weil die wenigste es GOtt-geziemend nach dem inneren Grund der göttlichen Ordnung und Harmonie mit seiner Heiligkeit begreiffen wollen. Darum heißt es bald Bund, bald Verheissung, bald Testament, bald ein Eyd den GOtt geschworen, bald ein Verglich ein Bedingungs-Pact zwischen GOtt und Menschen durch den Mittler auszuführen, zulezt aber das Reich GOttes.
Nachdem nun in Christo die vereinigung GOttes mit den Menschen weit mehr als einen Bund besagt, so sind noch viel höhere Namen davon vorhanden, als: das königliche Gesez der Liebe, das Gesez der Freiheit, das Geheimniß des Willen GOttes, das Geheimniß GOttes und Christi, wo alles dahin auslauft, daß wer dem HErrn anhangt, ein Geist mit ihm seye. Man faßt aber die Einfalt oder Einförmigkeit der göttlichen Ordnung nach der himmlischen Physic und Moral in JEsu, dem Zemah, dem Amon d.i. der Lebendigmacher, dem Bau-Herrn der Natur, der alles neu macht, sehr schwer; weil man zu sehr an etlichen gewohnten Bildern hangt, da es doch leicht wäre in dem Gehorsam des Glaubens.
Der Bund GOttes wird erhöhet im Reich GOttes. da ist alles beisammen, da steht alles gleichsam anschauend da, und wird allen Nationen ihren allgemeinen Menschen-Verstand aufrichten.
Viele wollen es leichter machen durch Anstalt der Gemeine, aber ohne den ganzen geistlichen Grund der heiligen Schrift gieng es nicht. Zinzendorf, mit welchem ich tausend Unterredungen unter den härtesten Widersprüchen gepflogen, hat die Ordnung des Heils von aller Obligation wollen loß machen, aber was er an den GOttesgelehrten wegen affectirter Sprache getadelt, dessen hat er sich so viel als sie schuldig gemacht. Er meynte, er dogmatisirte nicht, aber er thut es so viel als andere. In den Berlinischen Reden des Ordinarii fratrum (durch Hrn. Clemens edirt An. 1758) worinn man zwar viele Begriffe corrigirt, aber doch dem biblischen Grund sich noch nicht ganz unterworfen pag. 189 stehen diese Worte: Es ist aller wahren Christen Sache Treue zu beweisen, und alles von Herzen zu thun, was man thut. Das ist ihr Leben. Ihr Unglück ist, daß sie sich manchmal nicht recht darein zu finden wissen, keinen genugsamen Verstand, Erfahrung und Muth dazu haben, was sie gerne thun wollen. Weil aber diß alles keine Pflichten sind, und man im neuen Testament nicht mehr sagt (1 Petr. 1,15.16 gerad entgegen:) du sollst demüthig, keusch, freigebig seyn, sondern ich bin von Hochmuth, Faulheit, Lust, Geiz erlößt, ich darf demüthig, keusch, vergnügsam, arbeitsam seyn, so hat man sich um nichts so sehr zu bekümmern, als um den Glauben. Gewiß! Heiligkeit ist eine neue Natur, aber sie ist doch auch ein Pflicht. Eine Pflanze wächst nach ihrer Natur, aber sie hat doch ihre Regel, daß sie nicht ausarte. Die Priesterlich-Königliche Verfassung des Reichs JEsu hat so viel Verbindungen, Raisonen, Beweggründe, als die Natur Geseze der Bewegung und des Wachsthums hat. Es ist aber nicht nöthig, daß man sie in allen Fällen wisse, genug wann man dem Haupt-Grund gemäß lebt. Tugenden sind Früchte des Geistes, das ist wahr; aber ist JEsus und sein Geist nicht die höchste Obligation oder Verbindung, die höchste Raison, der höchste Beweg-Grund zu aller Tugend? Die göttliche Natur hat ihr Gesez in sich selbst. Obligation ist also äusserlich ein Muster, innerlich ein sämlich Gewächs. Aeusserlich eine Repräsentation des ganzen gegn einen jeden, innerlich ein Trieb aus GOtt dem Ganzen ähnlich zu werden und diß in Christo, worinnen alles ein Einiges und das Einige in allem ist.
Die sittliche Verbindung wird von Christo nicht aufgehaben, sondern durch die Freiheit in Christo erhöhet. Die höchste Freiheit ist die höchste Verbindung. Paulus, wann er den Gliedern der Gemeine ihre Verbindung zur Liebe vorhält, so stellt er ihnen erstlich ihren eigenen Leib vor als ein Muster der Liebe: gleichwie wir in einem einigen Leib viel Glieder haben, also auch ihr seyd alle ein Leib und einer ist des andern Glied. Er zeigt also, daß die sittliche Verbindung eben das seye, was die natürliche Zusammen-Ordnung im Leiblichen mit sich bringe. Lateinisch möchte man mit Leibniz recht sagen: Obligatio moralkis apud virum bonum aequipallet naturali. Diß geht aus den Regeln der Weißheit, die auf der Gassen redt, und wer sagt: Ich darf heilig seyn, anstatt: ich solle heilig seyn, der stoßt an wider das, was allen Menschen offenbar ist. Wir aber müssen uns an aller Gewissen legitimiren. In den Sprüchen der Weißheit ist nichts, das dem allgemeinen Gefühl widerspricht Kap. 8,8. und Jesus Christus bringt das alles auf die höchste Regel der Obligation: Der Sabbath ist um des Menschen willen, der Mensch nicht um des Sabbaths willen. Er heißt uns wohl unterscheiden: Ob Gold oder Tempel mehr verbinde, ob Opfer oder Altar mehr sey? In der lezten Zeit wird der Verstand des Bundes GOttes sehr offenbar seyn; weil selbst die Berge den Frieden verkündigen werden, und die Hügel die Gerechtigkeit. Alle Bäume im Walde werden rühmen, wann JEsus kommen wird das Erdreich zu richten. Ps. 96,12.13. Alsdann wird es nicht so viele wortliche Unterscheidungen geben, es wird alles so leicht zu fassen seyn, daß man des alten gern vergißt. Inzwischen müssen wir uns in diese Zeit schicken, da man wie Paulus aus Schlüssen des Worts GOttes Beweise führen muß gegen den Widersprechern. Die Herren Theologen in Berlin wollen das Evangelium leicht und süß machen, indem sie die Geheimnisse von der körperlichen Sinnlichkeit hinwegschaffen. Teller will alles Sinnliche als falsche Vergnügungen der Einbildungs-Kraft aus der Schrift hinweg räumen; aber er thut dem Gewisen keine Genüge. Es ist alles höchst sinnlich und unverblümt in heiliger Schrift zu nehmen. Die Stadt GOttes ist höchst sinnlich, und alles, was in Christo verborgen ist, muß körperlich dargestellt werden. Petrus sagt: nicht das Abthun des Unflats am Fleisch ist die Sache in diesem Leib des Todes, sondern der Bund eperwthma [eperotema] eines guten Gewissens mit GOtt durch die körperliche Auferstehung JEsu, da ein Laye auf alle nöthige im ganzen ewigen Bund GOttes begriffene Fragen Antwort finden kan. Es gründet sich alles auf die Ordnung Melchisedecks, dessen Mutter ist das unauflößliche Leben GOttes.
Bei diesem Titul des ewigen Bundes ist noch anzuhängen, daß, weil Herr Teller alle Sinnlichkeit aus der Schrift wegraumen will dieses Wörterbuch darum da seye, die Sinnlichkeit der Schrift-Ausdrücke zu vindiciren, und der Leibnizianischen Abstraction e diametro entgegen zu gehen. Der Herr Pfarrer Hahn in Kornwestheim, hat deßwegen in seine Astronomische Maschine die sinnliche Vorstellung von den 7 Haupt-Perioden des Weltalters mit eingeruckt; nemlich von Adam an biß auf Noa, von Noa biß auf Abraham, von Abraham biß auf Christum, von Christo biß auf die heilige Offenbarung, von der heiligen Offenbarung auf die Zeiten der grossen Plagen über die Erde, von diesen biß aufs Königreich der 1000 Jahren auf Erden, und von diesen biß auf die 1000 Jahre im Himmel und Gog und Magog, das jüngste Gericht und die Stadt GOttes. Das sind lauter höchst sinnliche heilige Vorstellungen, davon die heilige Schrift selber sagt: diese Worte sind gewiß und wahrhaftig nicht verblümt, sondern körperlich und wesentlich. Ferner diß nun zu bekräftigen, muß man bedenken, daß GOtt Mosi auf dem Berge das sinnliche Bild aller künftigen in dem ewigen Bund GOttes begriffenen Dingen vorgestellt, und dieses Muster sinnlich und körperlich auszudrucken befohlen. Nemlich die Stifts-Hütte hat er müssen ausarbeiten sinnlich und körperlich. Hernach der Tempel Salomonis mußte auch nach einem Muster des Davids sinnlich und körperlich dargestellt werden, und dieses wird hinaus geführt auf eine sinnliche architectonische Weise, sowol in dem 1ten und 10ten Kap. Ezechielis, als auch im 43. vers 10. Und du Menschenkind zeige dem Hause Israel den Tempel an, daß sie sich schämen ihrer Missethat, und laß sie ein reinlich Muster davon nehmen. Vers 11. Zeige ihnen die Weise und das Muster des Hauses, seinen Eingang und Ausgang, und alle seine Weisen, und alle seine Sitten. Und von dem Tempel Ezechielis an, welcher höchst sinnlich ist biß auf die Stadt GOttes, welche aller Sinnlichkeit Inbegriff ist, darüber sich GOtt in der Epistel an die Ebräer als der allerseeligste Geist und das allersinnlichste Wesen erklärt, das er sich, ungeachtet seiner Unendlichkeit, nicht schäme deßwegen zu heissen ihr GOtt, dann er hat ihnen eine Stadt zubereitet. GOtt könnte sich billig schämen als der Herr Zebaoth, der GOtt so vieler unzälbaren Thronen und Sternen sich so herab zu lassen, aber weil es sein Wolgefallen, daß in Christo alle Fülle der Gottheit körperlich wohnen solle, so hat er die ganze Schöpfung auf diese massive und sinnliche Weise auszuführen beschlossen, und den ganzen Vorsaz der Ewigkeit Eph. 3,11. darnach eingerichtet. Es hat sich zwischen Hrn. Lavater und etlichen Würtembergischen Gelehrten ein Streit erhoben. Lavater wollte diese Sinnlichkeit auch nicht goutiren, nachdem man ihm aber die Gründe vorgehalten, so hat er sich reversiert die Semmlerische, Basedowische, Spaldingische und dergleichen mehrerer Lehren fahren zu lassen, wie es aus seinem eigenen Brief in ganz Würtemberg bekannt ist. Um nun die Sinnlichkeit der heiligen Schrift-Ausdrücke noch mehr zu erhärten, so ist noch dieses beizufügen, daß, da im Hohenlied weiß und roth Offenb. 4. GOtt in weisser und rother Farbe auf dem Thron sizet, auch da von dem Altar ausgehen Bliz, Donner und Stimmen Kap. 8,4.5. dieses die Wolffische Gesinnungen revoltiren macht. Es bleibt aber fest, eine Stadt kan nicht seyn ohne Gassen, Mauren, Fenster, ohne Länge, Breite, Tiefe und Höhe. Wer nun aus Eigendünkel dazu oder davon thut, der lasse es darauf ankommen. An diesem ganzen Elend ist die mißverstandene Platonische Philosophie schuld. Plato hat seine Ausdrücke immer und immer zu verbessern gesucht, daher werden seine Worte nicht leicht verstanden. Ich habe diß genug in der Vorrede meiner lateinischen Theologie bewiesen, die ich auf Befehl des Consistorial-Präsidenten von Zech geschrieben. Leibniz hat dem Plato aufgeholfen, und die Körper und Stoff nur als einen Schein, wie den Regenbogen, nicht als ein subsistirendes Wesen angegeben. Aristoteles hat den Plato refutirt, und gezeigt, daß Leiber eben sowol Substanzen seyen als Geister. Man lese den Tractat von Divisch Electricite pag. 16 in dem Anhang. Wer nun in der Leibnizisch-Wolffisch-Canzisch- oder Baumgartischen Philosophie von den Academischen Jahren her unterwiesen worden; dem muß, wann er Consequent denken will, wie ich es wirklich an seinen Discipuli ipso facto erfahren, und scharf geprüft habe, die Offenbarung als ein bloses Bilder-Werk, und Jüdisch Asiatischer Pomp von Worten, wie dem Hrn. Semmler, vorkommen; er muß der Apokalypsi widersprechen: denn er nimmt als wahre Grundsäze an, daß in GOtt, der alle Vollkommenheiten zumal hat, keine Bewegung, kein Raum, keine successio activa, keine Farben, kein Glanz, kein verschieden geartetes Licht, statt habe, den eigentlichen Worten des 4ten. Kap. der Offenbarung zuwider.
Die Monaden-Lehre sagt ihm: die Welt seye ein bloses Phaenomenon regulatum von Monaden; GOtt sehe die Sachen, wie sie innerlich seyen; nämlich in der infinitudine monadum, also sehe er keine Leiber, keine Farben, keinen Glanz, kein verschieden geartetes Licht; also siehet er auch Christum nicht im Fleisch; er sieht ein bloses Fainomenon [Phainomenon]. (So hat Cerinthus der erste Antichrist gelehrt:) demnach ist nicht wahr, daß in ihm die ganze Fülle der Gottheit leibhaft wohnt. Denn GOtt siehet in se nichts zur Rechten und zur Linken, er siehet wol, daß es uns so scheint, aber er selbst Gott-geziemend siehet nicht anderst, als alles in jede Monade, und jede in allen. Er sieht in der unendlichen Harmonie der einfachen Dinge alles in jedem und jedes in allem. Das kan bei Atomis Molis auch seyn; aber was nuzt es, wann ich mir das Sehen GOttes so vorstelle? Nichts. Es verderbt den ganzen Geschmack an heiliger Schrift. Wahr ist, in den Tiefen der Gotteheit ist kein Raum, keine Zeit, kein Bild, aber auch keine Monade. Wenn aber GOtt in manifestatione sui, d.i. in seiner Herrlichkeit sich den Kreaturen zeigt, so ist manifestum occulto contrarium, wie diß Isaac Holland an den Kreaturen beweißt. So ist es auch in GOtt.
Nachdem der scharfsinnige Tübingische Professor Plocquet den Grundsaz von der manifestatione sui in die Philosophie eingeführt und gezeigt, daß alles Geschöpf eine wesentliche und reelle Abbildung aus GOtt ohne Emanation seye, so hat er dadurch der ganzen Wolffischen Philosophie eine andere Gestalt gegeben.