Bildniß, Bild Gottes, jkon, morphe.

Die Seele ist der Träger des Bildes. Davon lesen wir 2 Kor. 3, 18 und wir müssen erneuert werden zu dem Bild deß, der uns geschaffen hat. Eph. 4,23. Röm. 12,2. Tit. 3,5. An dieser Erneurung ist uns mehr gelegen, als an der Wissenschaft des Bildnisses. Doch ist gut so viel zu verstehen. Nach 2 Kor. 3. werden wir unmerkbarer Weise transformirt in eben das Bildniß als vom Herrn dem Geist. Diß geht in verjüngtem Maas alle Glaubige an, nicht nur die Apostel. Die Glaubige, welche den Vorsaz haben in alle Wahrheit geführt zu werden, und nicht nur mit Worten spielen, wie die Kinder Matth. 11,16. erfahren es im Verborgenen.
Die seelische psychische Natur ist an sich ohne Bildniß, sie ist gleichgültig zum Fleisch und zum Geist Röm. 8,9. Ihr seyd nicht im Fleisch, sondern im Geist. Der Geist hat das Bild in sich und formirt in der Seele das Bild der Wahrheit durchs Wort Gal. 4.19. Jac. 1,18. Es ist aus allen Geschöpfen, Blumen und Pflanzen zu bemerken, wenn man anderst am Verstand begehrt völlig zu werden 1 Kor. 14,20. daß in dem Saamen ein Bild mit dem Wachsthum aufkäumt. „Ich kan es allein durch ein chemisch Experiment viel anderst als Börrhave vom Spiritu Rectore beweisen, daß im wachsthumlichen Oel der Pflanzen das Bild mit allen Zeichnungen liege, ehe die Blume ihre Gestalt offenbart. Die Palingenesie beweißt es auch.“ So muß demnach im Menschen auch ein solches Bild verborgen liegen, auch in dem Gottlosesten, aber verschlungen nach dem Wort Sprüchw. 20,27. der Athem des Menschen ist eine Leuchte des Jehova. Diese Leuchte muß ein Bild haben wie Tertullianus de anima bezeugt, und diß durchdringt alle Kammern des Bauchs. Dessen ist der Teufel und die böse Dämonen beraubt, daher sucht er zur Magie Menschen, die ihre Strahlen von dem Bild von sich werfen. Es liegt demnach in allen Menschen verborgen. Einige merken es an sich, andere nicht, in jenen wird es durch heftige Begierde mehr oder weniger offenbar. Den Geist gelüstet wider das Fleisch Jac 4,5. Diß verborgene Bild wird sehr gequätscht durch äusserliche Zufälle. Es wird auch befleckt. Es gibt Augenblicke, da man seine Thorheit fühlt, aber auch, da man Gnade vermerkt. Einigen, die grossen Ernst brauchen, wird es offenbar, wie D. Clemm es in seiner Theologie bemerkt von Elia Camerario, welcher mit offenen und geschlossenen Augen das Bild der Seele gesehen. Elias Camerarius aber, mit dem ich, als meinem nächsten Anverwandten, viel conversirte, machte nichts daraus. Wir wandeln im Glauben nicht im Schauen. Der Mensch leidet von dem Vater der Lichter die Einstrahlungen Gottes ohne sein Wissen. Wenige werden davon empfänglich. Die Väter in Christo kennen den, der von Anfang ist; Kinder und Jünglinge noch nicht.

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