Beten.

Geschiehet theils in der Gemeine mit Aufhebung heiliger Hände und mit denen da und dort besonders üblichen Ceremonien, wie 1 Kor. 11,4. allwo Paulus diese Gewohnheit des Haupt-Bedeckens als eine eigene Sazung gegeben, welche die Gemeinen nicht gehabt vers 16. ohne Zweifel wegen der Juden, welche unter dem Beten eine Decke auf dem Haupt hatten; oder ausser der Gemeine vor sich an allen Orten. Man lese davon Bengels achte Abtheilung hinten an dem neuen Testament vom Beten aus dem Herzen, und meine Einleitung zum Neutestamentlichen Gebrauch der Psalmen. Man solle ohne Zorn und viele umtreibende Gedancken beten 1 Tim. 2,8. Man solle nicht nur beten im Geist, sondern auch im Sinn 1 Kor. 14, 15. Davon siehe in meiner Einleitung pag. 3. l. 9. Im Geist beten, wann es dem Sinn entgegen gesezt ist, heißt indistinct beten wie wann man eine Fuge auf dem Clavier spielt, und sie hernach nicht mehr spielen kan, weil man sie nicht in den Sinn und Gemüth oder in deutliche Noten gebracht. Der Geist betet mit unaussprechlichen Seufzern, der Geist hat keine Lust Stückweiß zu wirken, inzwischen muß er dem Nächsten zu Nuz seine erste Triebe in das bringen, was das Gemüth stückweiß gewohnt ist. Wenn man nun im Gebet anhält nach Eph. 6,18. Kol. 4,2. d.i. einerlei Sache immer vor Gott bringt wie David, so wirkt der Geist auch Worte in dem Sinn. Auf solche Art hat David seine Psalmen aufgeschrieben, welches gewiß für uns sehr nüzlich ist.

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