Davon ist die Stelle Röm. 2,25 merkwürdig. Wann du nicht Gottes Gebott hältst, so ist deinen Beschneidung so viel als wärest du nicht beschnitten. Der Heyde ist im Geist beschnitten, da wird ihm seine Vorhaut als eine Beschneidung zugerechnet werden. Die Beschneidung war im alten Testament ein Zeichen und Siegel des Bundes, sie geschahe an dem männlichen Glied, und die Weiber wurden als beschnitten gerechnet. Gott hieß den Abraham sich an diesem Glied beschneiden. Daraus ist zu vermuthen, daß dieses Glied dem Adam im ersten Anfang nicht sey angehangen, und daß es mit der Zeit wieder solle vom Bild Gottes, wie der Brauch, abgeschnitten werden, so fern es das irrdische Unwesen bedeutet 1 Kor. 6,13. Denn wie Gott den Bauch und die Gedärme als Träger des Unflaths abthun wird, so wird er auch dieses Abthun, aber erst in der Auferstehung. Nach dem Tod müssen wir noch Kleider tragen es zu bedecken. Die thierische Art der Fortpflanzung mußte eine lange Zeit auch in den 1000 Jahren bestehen, da aus dem kleinsten sollen 1000 werden, aber um Christi willen siehet Gott dieses nicht so schandmäßig an, er siehet die Glaubige an, wegen der Zurechnung der künftigen Seeligkeiten nicht als Mann, nicht als Weib, sondern Engeln gleich. Noa ist trunken worden, und ist mit der Schaam blos gelegen, dessen hat Ham gespottet, und auch seinen Brüdern gewiesen, daß sie auch dergleichen thun solten. Darum hat Gott das Zeichen der Beschneidung eingesezt, und diese mußte durch die Taufe aufgehoben werden. Der heilige Geist rechnete die Heiden ohne Beschneidung an, als ob sie im Geist wären beschnitten worden; wie vielmehr wurden die Glaubige bei der Beschneidung des Wassers des Lebens theilhaftig. Der Juden Beschneidung, und der Christen Taufe hat im ganzen einerlei Recht. Mit dem himmlischen Wasser taufet der heilige Geist die Begierige nach Christo in ihrer Wasser-Taufe, welches auswendig nur der Träger des Geistes ist. Dieser Nachdruck in der Wasser-Taufe kommt dem Hrn. Teller allzu sinnlich vor. Jesus Christus gestern und heute, und derselbige auch in Ewigkeit. Man muß alles mit jedem vergleichen in der heiligen Schrift, so verstehet man erst, daß der Juden Beschneidung und der Christen Taufe auf eines hinaus lauft. Christus ließ sich beschneiden als ein Jude, und taufen als ein Christ. Christus will mit dem heiligen Geist und mit Feuer alle taufen und zwar unter Wassers-Gestalt, aber im verborgenen mit dem Feuer und Salz Marc. 9. Bei den Juden war der völlige Verstand der Beschneidung noch nicht offenbar, wie er wird im Tempel Ezechiels offenbar werden, da die Beschneidung deßhalben wieder eine zeitlang solle vorgehen. Die Hypostasis des Glaubens, des Glaubens Wesen im Wasser und Feuer, war noch nicht so offenbar, es war noch nicht im Fleisch oder körperlich offenbar, wie bei der Taufe Christi, es war nur, daß sie ein Zeichen hatten, daß GOtt durch das Erkänntniß seines Bunds ihre sündliche Geburt nicht wollte verabscheuen. Bei den Christen ist die Glaubens-Hypostasis, das Glaubens-Wesen in Christi Menschheit zu Fleisch worden d.i. sie werden des himmlischen Wesens theilhaftig ohne daß sie es begreifen swmatikwj [somatikos]. Die Christen ziehen das Glaubens-Wesen in Christo mit ihrer Begierde an sich unter dem Wasser der Taufe geoffenbaret, weil Gott geoffenbaret worden im Fleisch. Daraus lerne man, daß Tellers grausamer Abscheu vor der Sinnlichkeit eine selbst eingebildete grössere Imagination ist, als die er uns vorwirft. Es ist die Zeit noch nicht, diß alles mit aller Tiefe einzusehen. Der Tempel Ezechiels wird zu seiner Zeit die Demonstration davon offenbaren. Man lasse den heiligen Worten ihre Kraft.