Begehren, Orego.

Davon orexis erste Begierde. Ebräisch von arag. Was die Attraction oder anziehende Kraft in den Geschöpfen ist, das ist das Begehren in den Unsichtbaren. In dem unsichtbaren gehet viel Veränderung vor durch ein Bestreben, begehren von einem Anfang zu einem End. Ein anfängliches ohne Ziel ist ein Nichts. Wie nun die Attraction aller Dingen Anfang ist, daß etwas leiblich wird aus dem unleiblichen: so ist das Begehren in GOtt der Anfang aller Realité. Ploucquet nennt es das primum cogitabile in Deo, principium generativum. Vor dem Wesen muß Begehren hergehen, das nennen die Ebräer Zimzum, ist nicht ohne ewige Zeit, und ohne ewigen Raum, davon Kant sehr frey schreibt dem Leibniz entgegen.
Begehren ist unterschieden von dem Willen und der Lust. Der blose Wille gebiehrt nichts ohne etwas an sich zu ziehen. Die Lust ist etwas freies, und schlägt sich zur Begierde sich zu offenbaren. Daher ist GOtt ein Wesen, das sich aus freier Lust und Gefallen offenbart. Ens manifestativum sui. Hieraus reformirt Plocquet die ganze Metaphysique.

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