Bann, Anathema.

Die Stellen, die davon handeln, seyn Apgsch. 23,14. Da sich die Juden verbannet Paulum zu tödten. Röm. 9,3. Paulus hat gewünscht aus Nachfolge Christi am Kreuz verbannet zu seyn für seine Brüder die Juden. 1 Kor. 12,3. gibt Paulus eine Regel, die Gaben zu beurtheilen, und sagt: Kein Jud werde JEsum aus der Israelitischen Gemeine ausschliessen, der durch den Geist GOttes redt; was aber die Heiden betreffe, so können sie JEsum keinen Gesalbten GOttes nennen ohne durch den heiligen Geist. Daraus folgt, daß man der Juden Eifer nicht so gar verabscheuen soll, man solle ihnen gelten lassen, wann sie JEsum nur nicht ausschliessen, wie der Hohepriester Abraham Eleazar in seinem Buch: Uraltes chemisches Werk: Christum bekennt, siehe die Vorrede; und der Jud Abraham von Worms in seinem Mscr. an Lamech. Man solle ihnen ihre Fehler zu gut halten, und nicht alles verwerfen um der Fehler willen. Fernere Stellen, worinnen Paulus des Banns gedenkt, sind 1 Kor. 16,22. Gal. 1,8. Paulus hat den Blutschänder nicht gleich in Bann gethan oder aus der Gemeine ausgestossen, sondern zu Rettung seines Geistes beschlossen, ihn zu übergeben dem Satan, dadurch er am Fleisch eine Krankheit bekommen. Die Israeliten seyn mit dem Bann streng gewesen, das beweißt der verbannte Achan Jos. 7,1. Im neuen Testament wurde Anianias und Saphira mit gähem Tod gestraft. Es mußten solche Strafen seyn, damit die Kirchen-Zucht unterhalten würde. In folgenden Jahrhunderten hat Ambrosius den Kaiser Theodosium dahin gebracht, daß er aus Furcht des Banns sich der Kirchen-Zucht unterworfen. Die Päbste haben den Bann sehr mißbraucht. In unserer Zeit hat der Bann wenig Nachdruck, doch solle die Gemeine ihre Ohren zu der Rede der Aeltesten wenden. Wer nun die Gemeine Christi verachtet, den sollen sie in der Stille warnen. Will er nicht, so haben sie des Geistes Bann, ihn dannoch zu übergeben dem Satan: Denn die Gemeine hat bei allem Verfall doch noch eine Gewalt. Nicht hat die Gewalt der Priester allein, er ist nur der Diener der Gemeine. Der allerkleinste, so er glaubig ist, hat so viel Gewalt im Bann, als der allergröste. So ihn der Kleinste mit Wissen der Aeltesten aus der Gemeine ausschließt in Bann, so er deß schuldig ist, so ist er in der Gemeine Bann, aber so ihm Unrecht geschicht, so ist der im Bann, der ihm unrecht thut.

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