Ist was anders als methermenevein, welches heißt aus einer Sprach in die bekannte übersezen. Bei Auslegung der Schrift, sagt Petrus, solle man vors erste wissen, daß keine Schrift-Auslegung solle eigener Auflösung der Worte seyn; denn weil die Männer GOttes geredt als getriebene vom heiligen Geist, so solle man in solchen Fällen sich nicht erkühnen, zu erschöpfen, was für diese Zeit noch dunkel ist, in der Meinung, es müsse erklärt seyn. Vieles muß man stehen lassen mit Ehrfurcht. Wenn schon GOtt einen Schlüssel zur Erkänntniß gibt, dadurch man vieles aufschließt, wie es der Mann GOttes Bengel gethan: so soll man es annehmen mit Dank, doch nicht blind glauben, sondern vieles gegen einander halten, unterscheiden, prüfen, ob der Ausleger nicht nach eigenem Geschmack etwas hingeschrieben. z.E. für diese Zeit ist noch unbekannt, wie der männliche Sohn von dem Weib mit der Sonne bekleidet seye im Himmel gebohren worden; noch unbekannter ist, wie er entrückt worden zu GOtt und zu seinem Thron. Dieser männliche Sohn ist Christus nicht in Person gebohren, wie zu Bethlehem, sondern wie er nach Jes. 66,7. als ein ganzes neues Volk, ehe das Land Geburts-Wehen kriegt, gebohren worden. Unter diesem Volk wird der männliche Sohn sich besonders veroffenbaren, als der nicht mit einem güldenen Szepter, sondern mit einem eisernen Stab die Nationen regieren wird. Postellus hat ein schweres Buch geschrieben. Tit. de nativitate mediatoris nunc futura & toti orbi terrarum manifestanda. Auctore Spiritu Christi, Exscriptore Guilielmo Postello Apostolica professione Sacerdote. Da sind grosse Geheimnisse eröfnet, ut pueris sint manifesta.
Solche und dergleichen Dinge muß man der Zeit der Offenbarung überlassen. Man solle nicht meynen, alles aus dem Wort allein zu ziehen, sondern denken: es liegt sehr vieles in heiliger Schrift durch Folgen und Consequenzen. Die heilige Schrift ist das Lagerbuch der Welt, nicht für ein Manns-Alter geschrieben. Jede Zeit gibt neue Aufschlüsse. Es müssen Männer gebohren werden, welche uns die verborgen liegende Folgen heraus sezen. Für diese Zeit haben wir an Bengels erklärter Offenbarung Johannis schon genug, bis die erleuchtete Juden kommen, und die Grund-Begriffe deutlich machen. Jezo suchen wir etwas davon, und diß Wörterbuch gibt Anleitung tiefer in die Worte hinein zu sehen. Es ist sehr vieles ganz klar, wie die Stelle 1 Petr. 4,6. und doch will man nicht verstehen, daß die Verstorbene in dem Gefängniß aufbehalten werden, und daß JEsus bei seiner Hinabreise in die unterste Oerter der Erden ihnen Evangelium verkündiget, daß sie sollen nach GOttes Art leben im Geist der Unsterblichkeit, wenn sie vorher nach Menschen-Art im Fleisch als Auferstandene gerichtet worden, da einige durch die Blätter des Holzes des Lebens von ihren Schwachheiten wider genesen, andere auf andere Art Gnade erlangen. Diese Sache ist deutlich genug ausgedruckt, und doch macht man viel eigene Auslegung dem Wort-Verstand entgegen. Billig muß Offenb. 21,24, dazu gezogen werden, daß viele Nationen erst dorten seelig werden.