Eines der grösten Dinge, die man nicht achtet, ist das Athem holen. Die Indianer, so nach Philadelphia gekommen, haben solch grosses Geschenk GOttes durch eine Vorempfindung erkannt, aber wir in Europa erkennen es nicht genug. GOtt gibt allen das Leben, den Athem und alle Dinge. Apgsch. 17,25. Hier lese man die wichtige Gedanken des weisen Nieuwentyts in der Welt-Beschauung pag. 89. Zum Athemholen gehört das Zwerchfell und 100 verschiedene Musceln pag. 85. Er beschreibt, auf was Art das Athemholen geschehe pag. 86. Er führt an Hiob 27,3. So lange als mein Athem in mir ist und das Blasen GOttes in meiner Nasen. Der Athem wird nicht nur ein Blasen, sondern das Blasen GOttes genent, er unterscheidet dasselbe von seinem Athem, so in ihm war. Obgleich der Mensch alle Kraft anspannte seine Brust zu erweitern, so würde er doch nicht die geringste Luft in seine Lungen bekommen, es wäre denn, daß die äussere Luft durch ihre Schwere und Ausdehnung im Stand erhalten würde, daß also der Mensch von diesem lezten nicht mehr Ursach ist, als der so eine Thür öfnet. Weßwegen denn, da das Blasen der Luft, indem sie in die Lunge geht, allein von ihrer ausdehneden Kraft vermittelst der Schwere herrühret, das Athemholen mit Recht ein Blasen GOttes genennt wird. Der Athem ist eine besondere Gabe GOttes, solche wird vollkommen, gleich einem Bettler, so etwas empfahet von einem andern, der es ihm gibt, von dem Menschen genossen. In der Hand GOttes ist auch der Lungen Athem Dan. 5,23. Hieraus lerne man mit Nachdruck Apgsch. 17,25. und Jes. 42,5. da gesagt wird: der Herr gebe dem Volk auf Erden den Athem. Hier lese man in Nieuwentyt das Ubrige pag. 90. besonders wie das Blut roth werde durch salperterhaften Hauch, und daß die Luft einige Theile in dem Blut zurück lasse. Die Luft nimmt auch schädliche Theile an sich, und dessen bedient sich der Satan, der in der Luft herrschet. Man kan wohl einige Ursachen angeben, aber die lezte von GOtt kommende Ursachen wissen und sehen wir nicht.