Anfang, Arche.

Im Anfang war das Wort. Das heißt nicht von Ewigkeit. Diese Formul muß schon unter den Juden bekannt gewesen seyn, weil Augustinus bei den Platonicis diese Worte Johannis schon gelesen. Siehe: Marsili Finici vita Platonis pag. 33. Was muß ich also denken, wann ich Johannis erste Worte lese? GOttes ewige Kraft hat keinen Anfang Röm 1,20. Sie war immer im Wirken, sie macht sich einen Anfang durch Ueberwindung der ewigen Kraft GOttes, die uns verzehrte, in die Liebe. Ueberwindung ist die vierte Eigenschaft GOttes 1 Chron. 30,11. Grösse dehnt sich aus, Stärke zieht zusammen, Schönheit bricht aus beiden hervor, Ueberwindung macht die Schröcklichkeit und Schärfe GOttes erträglich. Die 7 Geister GOttes geben GOtt einen Anfang, darum nennt sich GOtt, wider seine Unendlichkeit, A und O : also macht sich GOtt uns zu lieb einen Anfang im Wort, das bei GOtt ist. Ein neuer Anfang, ein neues Principium ist durch Geburt, Leben, Tod und Auferstehung entstanden, das nennt JEsus das ewige Leben, welches Christus durch seinen Tod erhöhet. In Absicht auf diß redet die ganze Schrift menschlich 1 Mos. 18, 21. Die Erde ist nach Anfängen geschaffen Hebr. 1,10. und hieraus kanst du in GOtt Anfänge gedenken, nach Jes. 43. wenigstens in seiner Schöpfung und Wirkung. Luther hat den Spruch vers 7 sehr übel verstanden: alles, was mit meinem Namen genennet worden zu meiner Herrlichkeit, das habe ich 1 geschaffen 2 formirt 3 gemacht. Ich will hier noch beisezen des Grundforschenden Neutonianers Börhavens Worte, aus seiner Rede de Comparando in physicis certo. Wir heissen das Grundanfänge, Principia, aus welchen alle Veränderungen in der Welt erfolgen. Daß solche seyen, ist gewiß. Was sie aber seyen, ist ungewisser als alles: dann wer da glaubt, daß ihm diese bekannt seyen, muß nothwendig in sich die Grundbildungen oder Ideen solcher Dinge erfahren haben, deren Betrachtung ihm alles dastelle, was gewesen, was wirklich ist, und was seyn wird.

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