Anbeter, Proskynitae. Offenb. 13,8, 17,8.

Anbeter und Bewunderer des Thiers aus dem Meer sind alle die, welche dem innwendigen Zug zu GOtt und zu Christo nicht folgen, sondern ihr Gewissen nur mit äusserlichen Formen und Religions-Gepräng stillen wollen. Sie wenden den Namen des HErrn vor; aber im Namen des HErrn fanget sich bei ihnen alles Uebel an. Aus diesem Grund folgete die ganze Erde für Verwundrung dem Thier nach. Das geschahe beiläufig vor 400 Jahren; da das Thier nach genesener Wunde mehr Macht und Gewalt als jemals gebrauchet.
Ferner heißt es: sie beteten den Drachen an, weil er dem Thier die Gewalt gab. Sie hielten die unsichtbare Kraft, welche das Thier so glücklich machte, für eine von oben herabkommende göttliche Kraft, und in dieser Meinung beteten sie den Drachen an, ob sie es schon selbst nicht wußten. Die heilige Offenbarung führet freilich wundersame Dinge an, die einen Menschen, der nicht bedenket, wie GOtt von der Welt her gerichtet hat, nicht ohne Schein hinzureissen vermögen. Es steht viermal nach einander. Es ward dem Thier gegeben, v. 5.7. nicht nur von dem Drachen, sondern durch göttlichen Rathschluß: erstlich: es ward ihm gegeben ein Mund zu reden grosse Dinge und Lästerung; zweitens, es ward ihm Gewalt gegeben 42 Monate; drittens, es ward ihm gegeben, die Heilige im Krieg zu überwinden; viertens, es ward ihm Gewalt gegeben über alle Stämme und Volk und Sprachen und Nationen. Solche Dinge bewegen die Menschen endlich, daß sie glauben, mit Grund einen solchen Religionseifer zu üben, den sie üben. Aber weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, sendet ihnen GOtt kräftige Irrthümmer zu. Daher heisset es: es werden ihn anbeten alle die auf Erden wohnen, deren Name nicht geschrieben ist in dem Buch des Lammes, das sich hat schlachten lassen, von der Stellung der Welt.
Ihr erschröcklicher und dem Ansehen nach unverdienter, aber doch wolverdienter Untergang ist in dem Feuersee.
Es gibt auch unzäliche Anbeter des zweiten Thiers, ohne Zweifel mehrere, als bei dem ersten. Das menschliche Geschlecht wird zu solcher Zeit in zwei ungleiche Haufen eingetheilet seyn, in einen gar kleinen, und in einen sehr grossen, der gar kleine wird an dem Lämmlein bleiben, der sehr grosse Haufe wird des zweiten Thiers Wunder und Zeichen, da Blendwerk und wirkliche Wunder durch einander laufen, Schaarenweiß nacheifern, absonderlich da die Gewalt dazu kommt, daß, wer nicht das Bild des Thiers anbetet, ertödtet wird, und wer nicht die Maalzeichen an sich nimmt, weder kaufen noch verkaufen kan. Der Haufen dieser wird gröser seyn als der ersten Anbeter: denn es heisst ferner: Kap 13, 12.16. Das zweite Thier machet die Erde und die darauf wohnen, daß sie das erste Thier anbeteten, und zu diesem kommt, daß die drei unreine Geister, davon einer aus dem Mund des zweiten Thiers des falschen Propheten ausgehet, in alle christliche Länder ausgehen, um samt den Grossen auch die gemeinste Leute zu verhezen, wider das Lamm zu seyn.
Die Strafe wird theils in dieser Welt seyn: Nemlich die bei der ersten und fünften Schaale an den Menschen entstehende Geschwäre und Schmerzen, worüber sie die Zunge zerbeissen Kap. 16,2-10. theils in dem Feuersee. Kap. 13,9-11.

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