Aberglaub. Disidaemonia. Apgsch. 25,19.

Heißt einen, der immer Geister fürchtet. Sonst ist Aberglaub im weitläufigeren Sinn das Gegenteil des Unglaubens, da man mehr glaubt, als die Lehre oder die Folgen der Lehre zuläßt. Vieles hält man für Aberglauben, das doch Wahrheit ist. Darum solle man seinen Vorneigungen wissen Einhalt zu thun. Am meisten aber solle man sich verwahren vor dem, was Jacobus Perissian nennt Jac. 1, 21. Leget ab den einen Exceß nemlich Unsauberkeit, und den andern Exceß, so Luther Boßheit nennt. Es heißt aber immer Ueberschuß, ein nimium, das zum Bösen Ausschlägt: Man will zu freundlich, zu höflich, zu gutherzig, zu freygiebig seyn ohne Maas, so war Barnabas aus Vorneigung gegn Marco Apgsch. 15,38. Dieser Aberglaub kommt aus Vorneigung, und Unwissenheit des Rechts, und da fehlen ihrer viele mannigfaltig, bis sie den guten wolgefälligen, und vollkommenen Willen GOttes erkennen, darinnen muß man einander tragen und auswarten.

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