Diß ist von JEsu deßwegen angeordnet, daß wir in Gemeinschaft mit andern Christi Tod verkündigen, und unsere Kinder lehren, was Christus für uns gethan habe, damit wir in einerlei Sinn erhalten werden. Daß aber Christus Brod und Wein zu äusseren Mitteln eingesetzt, ist unter anderem auch deßwegen geschehen, damit die Kinder, und Layen veranlasset werden zu fragen, wie bei Mose 2 Mos. 12, 26. Wenn eure Kinder werden sagen, was ist diß? so sollt ihr sagen, es ist von JEsu eingesezt zu Gedächtniß seines Todes, und daß wir diß fest, und unverrücket biß es kommt, behalten.
So hat er noch vor der Auferstehung nach dem Passah oder Ostermal es in Brod und Wein auf alle Zeiten hinaus Würdigen und Unwürdigen zu lieb fest gestellt. Nun möchten die Layen und Unmündige fragen, ob wir bloses Brod oder blosen Wein empfahen? So antworten die Verständige den Unwissenden: Nicht bloses Brod und Wein, sondern seinen unsichtbaren Geistes-Leib, der in die Mariam eingegangen, und der schon bei der Geburt Christi von den Engeln in geheim gepriesen worden, unter dem Wort: Friede auf Erden. Denn warum lobte die Menge der himmlischen Heerschaaren GOtt, als darum, daß durch die unsichtbare Menschheit Christi etwas neues in das, woraus die Welt ursprünglich bestehet, nemlich Feuer und Wasser, eingeführt wurde. Und obwol Christus in seinem Fleisch und Blut noch nicht verkläret, und durchdringlich worden, und also der heilige Geist noch nicht, wie wir Theologen es ausreden, Communicatione idiomatum erhöhet worden durch das Heilige des Fleisch und Blutes: so war doch im Bund der Verheissung das zukünftige schon als gegenwärtig angesehen.
Fragt man, wie hat denn JEsus seinen Jüngern bei Einsetzung des Abendmals sein Fleisch und Blut gereicht, da er bei ihnen zu Tische saß? so ist die antwort: das Heilige, das in Mariam gekommen, war unermeßlich, es war schon da, in der Maria war es gefaßt, aber ausser ihr war es überal Joh. 3,13. Es war wol etwas neues und durch die Schöpfung nicht geoffenbahrtes, es durchdrang aber alles, auch den geist, der auf den Wassern geschwebt 1 Mos. 1. Nach dem Fall war ein allgemeines Sehnen in der Kreatur, dem kam es zu statten, wo ein Verlangen war, also genossen die Jünger dieses heilige Wesen im Verlangen, und Verstand des 6ten Kapitels Johannis.
Man disputirt zu viel über dieser Sache, Brod und Wein wird nicht verwandelt, sondern es bleibt das Mittel, durch welche das neue Leben von den Jüngern genossen worden, und noch genossen wird. Im Abendmal ist das Fürbild vom Opfer, und Osterlamm ins wirkliche innerliche Wesen geführt worden. Es muß aber durch das heilige Abendmal in beständiger Ordnung erhalten werden. Diese Ordnung bleibt, biß er kommt. Glaubige, und unglaubige Priester müssen das ihrige thun um der Ordnung willen.
Die erste Christen hielten das Abendmal mit Freuden. Siehe mein erstes Wörterbuch in dem Predigtbuch Tit. Sittenlehre Salomo. Denn wenn die erste Christen, wie es Justinus Martyr beschreibt, zusammen gekommen, so haben sie ihrer Innbrunst des Geistes durch Genuß des Abendmals Raum gemacht, sie haben als mit Auferstandene, aufs Konigreich wartende den Tod und die Wunden JEsu nicht aus dem Gesicht verloren. Sie genossen das Abendmal unter Brodbrechen als die Arznei der Unsterblichkeit in gewisser Hofnung, daß der Geist, der in ihnen wohne, werde ihre sterbliche Leiber lebendig machen. Ueber dieser Freude vergassen sie der heutigen spitzfindigen Fragen, jedoch da diese Fragen nun im Schwang seyn, so muß man doch darüber denken. Die erste Christen stärkten sich dardurch in ihrer Gemeinschaft. Sie haben das Brod als eine Gemeinschaft des Leibs Christi genommen, und je einer zu dem anderen gesagt: Nimm hin, und iß den Leib des Herrn, der am Kreuz für uns dahin gegeben ist. Sie nahmen den Kelch als eine Gemeinschaft des Bluts Christi von den Aeltesten der Gemeine, und sagten: Nun verkündige seinen Tod, überwinde deine Lüsten durch die Liebe der Wahrheit, verkündige sein Blutvergiessen biß er wieder kommt zum Gericht, und uns zu ihm einführet in die grosse Versammlung 2 Thess. 2,1. Diese Einfalt währte ein paar 100 Jahr, hernach entstund ein Streit. Es ist kein Wunder, dann es verloren sich die eigentliche fixe Gedanken der Apostel aus JEsu Leib zu einem Tempel zu wachsen, zu einem Leib gespeißt, zu einem Geist getränkt zu werden.
Ein wahrer Christ kommt nicht zum Abendmal, Absolution zu erlangen, und hernach wieder nach dem Fleisch zu leben, er erneuert sich in dem ersten Sinn der Apostel, absonderlich durch genaue Betrachtung der heiligen Offenbarung. Er wünscht, daß JEsus zu ihm eingehe, und das Abendmal mit ihm halte, und er mit ihm.
Dieser Wunsch geht über alles in der Welt, dadurch erfahren sie die Kraft, welche JEsus bei dem Abendmal seinen Jüngern mitgetheilt. Sie sehen aus der heiligen Offenbarung auf die fröliche Zeit der zweiten Geburt JEsu, die Geburt des männlichen Sohns. Arnd hat uns in das Innwendige geführt, aber nun ist die Zeit, daß Inneres und Aeusseres bekannt werde. Alle Kräften der 7 Geister von denen sie gegrüßt worden, sollen sich handtastlich und körperlich aus Christo offenbaren, wie das durchscheinende Gold in heiliger Offenbarung. Sie sehen hinaus bis ins Lezte aller Dingen, sie freuen sich, daß alle Nationen, Türken, Egypter, Indianer, diese Dinge in dem Tod JEsu ausgrünend sehen werden. Das Lamm wird der Tempel seyn, und doch wird das Lamm in Menschengestalt sie führen zu dem lebendigen Wasserbrunnen. Alle Lügen des Satans sollen offenbar werden. Darum reinige dich von allen Lieblingsmeynungen, und lege sie JEsu zu Füssen. Geniese den Frieden GOttes.